Eine Investition in die Natur

Die EU bewilligt Mittel für Klima- und Naturschutzmaßnahmen im Saarland

Geldregen für den Umweltschutz: Die Europäische Union (EU) hat ein integriertes 17-Millionen-Euro-Projekt zur Umsetzung von Klima- und Naturschutzmaßnahmen als Beitrag zur Realisierung deutscher Klimaziele bewilligt. "Gefördert wird das ambitionierte Vorhaben mit über acht Millionen Euro aus dem Programm für Umwelt und Klimapolitik "Life", bestätigte EU-Vertreter Bernd Decker. Startpunkt für das EU-Life Klimaprojekt Zenapa war der Umwelt-Campus in Birkenfeld. Das Projekt Zenapa (Zero Emission Nature Protection Areas) zielt auf die CO{-2}-Neutralität von Großschutzgebieten ab. "Elf Partner aus acht Bundesländern und dem Großherzogtum Luxemburg stellen sich der Herausforderung, die Energiewende in Einklang mit den verschiedensten Anforderungen aus Klima-, Natur- und Artenschutz zu bringen", erklärte Projektleiter Peter Heck, geschäftsführender Direktor des Instituts für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS).

Das Saarland ist mit seinem Anteil am Nationalpark Hunsrück-Hochwald und mit dem Biosphärenreservat Bliesgau im Projektkonsortium vertreten. Das Biosphärenreservat Bliesgau steht, wie so viele Biosphärenreservate, vor der Aufgabe, bei der Umsetzung energetischer Maßnahmen in seinem Einzugsgebiet Aspekte des Arten- und Naturschutzes zu integrieren. "Ein Klimaschutzmanager für den Bliesgau wurde bereits installiert", teilte Saar-Umweltminister Reinhold Jost während der Auftaktveranstaltung mit. Spannend an dem Modellprojekt sei aus seiner Sicht vor allem der Erfahrungsaustausch mit den nationalen und internationalen Partnern. Der rheinland-pfälzischen Umwelt-Staatssekretär Thomas Griese (Bündnis90/Die Grünen) verdeutlichte, dass Klima- und Naturschutz untrennbar zusammengehören. Das Projekt Zenapa setze damit genau richtig an. In Rheinland-Pfalz seien inzwischen 73 Prozent der Bäume auch durch den Klimawandel geschädigt und für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten sei mit fortschreitender Erderwärmung ein weiterer Rückgang zu erwarten. Griese begrüßte, dass durch die Beteiligung des Nationalparks Hunsrück-Hochwald, viele Maßnahmen umgesetzt werden könnten, die dazu beitragen, die Klima- und Naturschutzziele zu erreichen. Übereinstimmend stellten die Vertreter der Partnerregionen fest, dass das Projekt Zenapa durch seine Komplexität sowie die unterschiedlichen Partner und Handlungsfelder langfristig wichtige regionale Entwicklungsimpulse auslösen kann. Die Partner einte die Überzeugung, dass es im Projekt gelingen werde, Zielkonflikte von Klima-, Natur- und Artenschutz und die Anforderungen der Energiewende aufzulösen. Abgerundet wurde die vom IfaS veranstaltete Zenapa-Konferenz mit vielen Fachvorträgen.

Das EU-Life Klimaprojekt Zenapa zielt wie gesagt auf die CO{-2}-Neutralität von Großschutzgebieten ab. Unter diesem Begriff sind elf Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks zusammengefasst. Das Projekt wird einerseits zum Klima-, Natur- und Artenschutz beitragen, indem konkrete, klimaentlastende Maßnahmen ergriffen werden und anderseits belegt wird, dass sich Schutzziele nicht widersprechen, sondern vielmehr ergänzen und sich kooperativ erreichen lassen. Wesentliches Ziel ist es, die nationalen und europaweiten Klimaziele unter Berücksichtigung der jeweiligen Biodiversitäts- und Bioökonomiestrategie umzusetzen.

Zum Thema:

So wird das EU-LIFE Klimaprojekt ZENAPA finanziert Für das Vorhaben im Zuge des EU-Life Klimaprojekts Zenapa (Zero Emission Nature Protection Areas) steht ein Gesamtbudget von rund 17 Millionen Euro über die Projektlaufzeit von acht Jahren bereit, wovon rund acht Millionen Euro aus Mitteln des Life-Programms der Europäischen Union (EU) gefördert werden. Die übrige Summe wird durch die Projektleitung und beteiligte Partner getragen sowie von Stiftungen und Ko-Finanzierungsgebern aufgebracht.