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Ordensverleihung
Eine 66-jährige Erfolgsgeschichte

Ausgezeichnet mit dem Verdienstorden in Gold und mit Brillanten wurde LiGeKa-Gründungsmitglied Ewald Rullang (Mitte). Unser Foto zeigt (von links) Regionalvertreter Michael Schleich, BDK-Vertreter Hans Werner Strauß, Ewald Rullang, LiGeKa-Präsident Bernd Hawner und Regionalvertreter Christian Großmann.
Ausgezeichnet mit dem Verdienstorden in Gold und mit Brillanten wurde LiGeKa-Gründungsmitglied Ewald Rullang (Mitte). Unser Foto zeigt (von links) Regionalvertreter Michael Schleich, BDK-Vertreter Hans Werner Strauß, Ewald Rullang, LiGeKa-Präsident Bernd Hawner und Regionalvertreter Christian Großmann. FOTO: Johannes A. Bodwing
Lisdorf. Der Lisdorfer Gesellschafts- und Karnevalsverein (LiGeKa) feiert in der Hans-Welsch-Halle ein besonderes Jubiläum.

Ein Termin um 19.52 Uhr sieht auf den ersten Blick nach einer verunglückten Zeitangabe aus. Aber beim LiGeKa stehen diese Ziffern für das Gründungsjahr 1952. Vor sechs mal elf Jahren wurde der Verein aus der Taufe gehoben, am Freitagabend fand das festliche Gründungsjubiläum statt.


Der Verein mache „nicht nur Karneval“, sagte Präsident Bernd Hawner vor Gästen und Mitgliedern in der Hans-Welsch-Halle. Zum Repertoire gehören Theater, eine eigene Band, das Lisdorfer Brunnenfest sowie die Unterstützung befreundeter Vereine. Gerade in der heutigen Zeit, in der vielfach das Gemeinsame verloren gehe, brauche es die Vereine, machte Hawner deutlich.

Sie brächten über ihre zahlreichen Tätigkeiten die Menschen zusammen, seien Vorbilder für das soziale Engagement und vermittelten Zufriedenheit am eigenen Tun.



Hawner betonte, „dass es in erster Linie die Vereine sind, die Kindern und Jugendlichen helfen, Erfahrungen mit diesen Werten zu machen“. An die politisch Verantwortlichen appellierte er, sich gegen die Regulierungswut zu stellen, die den Vereinen immer mehr die Spielräume einenge.

Am 23. März 1952 fand die Gründungsversammlung der LiGeKa mit 14 Personen statt. Zum ersten Vorsitzenden wurde Gottfried Schneider gewählt. „Die Handballer hatten eine Karnevalsveranstaltung gemacht“, sagte Ewald Rullang zur Vorgeschichte. Er ist das letzte noch lebende Gründungsmitglied. „Da haben wir überlegt, wir könnten ja auch einen Verein gründen, aber nicht nur für Karneval im Ort, auch für Theater. Deshalb heißt er ja Gesellschafts- und Karnevalsverein.“ „Wir haben damals gehofft“, fuhr Rullang fort, „dass der Grundstein nicht umsonst gewesen ist.“ Dass daraus eine inzwischen 66-jährige Erfolgsgeschichte wurde, darüber freue er sich umso mehr.

„Zum Teil waren die Treffen bei uns im Wohnzimmer“, erinnert sich Schirmherr und Vereinsmitglied Georg Jungmann an die Anfänge. Sein Vater gehörte zu den Gründern des Vereins. Schon rund ein Jahr darauf, 1953, fand die erste Kappensitzung der LiGeKa statt. „Mein Vater hat mir erzählt, sie wollten einfach nur feiern. Das war ja nach dem Krieg, und sie lebten noch.“ Ohne LiGeKa würde es in Lisdorf nicht so bunt zugehen, sagte Jungmann und brachte ein anregendes Jubiläum zur Sprache: 2022 wird Lisdorf 1111 Jahre alt. „Wenn das kein Anlass ist, es so richtig krachen zu lassen.“

„Das Bundesverdienstkreuz für Faasendvereine“, sagte Hans Werner Strauß schmunzelnd und überreichte Rullang den Verdienstorden in Gold mit Brillanten für dessen beharrliche Vereinstätigkeit. Strauß ist Vertreter des Bundes Deutscher Karnevalsvereine (BDK) sowie Präsident des Verbandes Saarländischer Karnevalsverein (VSK). „Ich hätte nicht geglaubt“, freute sich Rullang, „dass ich als einziges Gründungsmitglied dieses Jubiläum noch erleben könnte.“

In einem Rahmen aus Videobeiträgen, Livemusik und Auftritten von Garden standen weitere 35 Mitglieder zur Ehrung an. Darunter für fünf mal elf Jahre Edith Klein, Wolfgang Follert, Guido Klein und Helmut Breininger.

Im Zeichen des Jubiläums steht auch die Gala-Kappensitzung am Samstag, 3. Februar, 19.52 Uhr, mit dem Motto „Mit 66 Jahren ist noch lange nicht Schluss“. Weitere Informationen zu Chronik und Verein gibt es im Internet.

(az)