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Klinikclown
Ein Lachen gegen Angst und Sorgen

Die Klinik-Clowninnen Tilotamma und Lemonalla feierten schon mal ein bisschen Geburstag. Hier sind sie gerade bei Patientin Nina.
Die Klinik-Clowninnen Tilotamma und Lemonalla feierten schon mal ein bisschen Geburstag. Hier sind sie gerade bei Patientin Nina. FOTO: Carolin Merkel / Merkel Carolin
Saarlouis. Seit fünf Jahren machen die Klinik-Clowns Lemonella und Tilotamma Späße für die Kinder im Elisabeth-Krankenhaus.

Die Torte war schon bestellt, die Gäste waren eingeladen und selbst das Musikprogramm hatten Tilotamma und Lemonella bereits ausgesucht. Doch nun, erklärt Marie-Gabriele Massa, macht die Grippewelle den beiden Klinik-Clowninnen am Saarlouiser St. Elisabeth-Krankenhaus einen vorläufigen Strich durch die Rechnung. Denn, da ist sie sich mit ihrer Kollegin Sarah Steffen einig, das Fest, das eigentlich am heutigen Donnerstag stattfinden sollte, wird auf alle Fälle nachgeholt. „Schließlich sind fünf Jahre Klinik-Clowns in Saarlouis doch ein echter Grund zum Feiern“, erklärt Massa.


Vor allem der Wunsch, den die beiden anlässlich ihres Wiegenfestes haben, kann nicht länger warten. „Wir sind jetzt fünf Jahre alt, kommen bald schon in die Schule und wollen endlich raus aus den Kinderschuhen, dem Einstiegsstatus“, erklärt Massa alias Tilotamma. Sie ist bereits seit mehr als 15 Jahren als Klinik-Clownin unterwegs, kommt seit fünf Jahren auf die Kinderstation in Saarlouis – alle zwei Wochen.

Und genau da, sagt sie, drückt sie und ihrer Mitstreiterin Sarah Steffen, bekannt als Lemonella und seit knapp einem Jahr in Saarlouis mit dabei, der Schuh. Denn konzipiert, sagt Massa, ist das Projekt Klinik-Clowns für den wöchentlichen Besuch. „Diese Kontinuität ist wichtig für alle, sowohl für die kleinen Patienten, die länger hier sind, als auch für das gesamte Personal“, weiß sie aus Erfahrung.

Was der Besuch der beiden Frauen auf der Station macht, zeigen sie in der Woche vor dem Geburtstag eindrucksvoll. Noch in zivil geht es zur Übergabe. Die, erzählt Massa, wird in Saarlouis von den Ärzten durchgeführt: „Das erleben wir nur hier im Krankenhaus – und das ehrt uns und unsere Arbeit sehr.“ Auch sonst, betont Massa, werden die beiden von den Mitarbeitern sehr gut aufgenommen, „vielen zaubern wir auch auf dem Flur ein Lächeln ins Gesicht“.

Lemonella und Tilotamma haben es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst alle Patienten auf der Station zu besuchen. „Dabei kann ein Besuch bei einem Baby zwei Minuten dauern, in manchen Zimmern sind wir aber auch mal bis zu 20 Minuten aktiv“, sagt Massa.



Das Zimmer, das sich die beiden am Donnerstag ausgesucht hatten, entpuppte sich als echter Glücksgriff. Die acht Jahre alte Nina aus Fraulautern ließ sich einen Tag vor ihrer Entlassung sehr gerne auf die Musik und Zauberei der beiden Clowninnen ein. „Es gibt Kinder, die machen aktiv mit, andere wollen lieber zuschauen, all das ist in Ordnung, darauf reagieren wir entsprechend“, erklärt Massa.

Nach der Vorstellung, die das Krankenzimmer für einige Minuten zur Bühne werden lässt, sind Sorgen und Ängste fast vergessen. Das Ziel, das der Besuch verfolgt, ist erfüllt. „Sehr gerne würden wir natürlich jede Woche in Saarlouis sein“, sagt Massa.

Die Hälfte der Termine für das Jahr 2018 ist bereits finanziert, freut sie sich. „Wir haben auch in diesem Jahr die Zusage der Kinderhilfe Saar, die uns alle 14 Tage den Besuch finanziell absichert. Das freut uns natürlich sehr“, sagt die Clownin. Was fehlt, sind weitere Sponsoren. Mit 12 000 Euro, die im Jahr für die übrigen Termine anfallen, sagt sie, ist die Summe nicht gerade klein, „doch vielleicht können sich auch einige Firmen oder Sponsoren zusammentun.“

(cim)