„Ein Glückstag“

Das Theater am Ring in Saarlouis ist nach einem spektakulären Umbau am Sonntag wieder eröffnet worden. Ein Signal fürs ganze Land, versicherte Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer. Und Innenminister Klaus Bouillon erhöhte den Landeszuschuss von drei auf vier Millionen Euro.

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat die Eröffnung des umgebauten Theaters am Ring in Saarlouis als "Signal" in das Saarland bezeichnet, "dass Kunst und Kultur nicht nur ein Privileg einer Landeshauptstadt ist", und dass es auch anderswo im Saarland wichtige kulturelle Einrichtungen gebe. Die Eröffnung am Sonntag sei nicht nur ein persönlicher Glückstag für die Beteiligten und für die Saarlouiser Bürgerinnen und Bürger, sondern "auf lange Sicht auch für die Kunst- und Kulturszene im Saarland insgesamt". Deswegen hätten die Landesregierungen auch in wechselnder Zusammensetzung das Theater in Saarlouis als eine "Grundkonstante" unterstützt. Was Innenminister Klaus Bouillon ("Überraschung") gestern mit einem zusätzlichen Scheck von einer Million Euro Bedarfszuweisung des Landes bekräftigte. Der Landeszuschuss liegt jetzt bei vier Millionen zu den nach bisherigem Stand 8,5 Millionen Euro Kosten.

Damit es im Bereich Kultur zwar zu Konkurrenz, nicht aber zu "ruinösem Wettbewerb" komme, sei Vernetzung das Gebot, ergänzte Kramp-Karrenbauer. Etwa, wie Oberbürgermeister Roland Henz es zuvor angedeutet hatte, mit dem Saarländischen Staatstheater. Dessen künftiger Leiter sei nach ihrem Eindruck für solche Impulse sehr offen, sagte Kramp-Karrenbauer.

Die Eröffnung war die erste Veranstaltung im neuen Festsaal. Er war mit Gästen komplett gefüllt. Darunter waren neben der Ministerpräsidentin auch Kanzleramtsminister Peter Altmaier , Innenminister Klaus Bouillon , Kultusminister Ulrich Commerçon , Sozialministerin Monika Bachmann sowie Europaabgeordneter Jo Leinen und viele Mitglieder von Landtag, Kreistag, vor allem des Stadtrates.

Der luxemburgische Architekt des Umbaus, François Valentiny, ("Herr Bouillon , wollen Sie nicht Minister in Luxemburg werden?") verwies in einer herzlichen Ansprache darauf, dass das Gebäude, so wie es jetzt da steht, "nicht als ein Wurf, sondern als eine Arbeit mit allen Beteiligten" entstand. Das hatte die zahlreichen vor allem finanziellen und geschmacklichen Auseinandersetzungen mit ihm im Stadtrat zum Hintergrund. Darum dankte er "vor allem Roland Henz und Manfred Heyer, die mir geholfen haben, mein Temperament zu zügeln".

Architekt Valentiny hatte mindestens zwei Mal kurz davor gestanden, das Projekt aufzugeben. Daran erinnerte auch Oberbürgermeister Roland Henz, der mit Blick auf die Ratsmitglieder im Saal ausrief: "Was haben wir für einen Kampf ausgestanden. Aber ich danke dem Rat für sein Engagement." >

Meinung:

Legierung, kein Kompromiss

Von SZ-Redakteur Johannes Werres

Am Nachmittag drängten sich die Besucher. Im Foyer rund um den Festsaal ist jetzt wesentlich mehr Platz als früher.

Ja, der Umbau des Theaters am Ring ist genau so gelungen, wie es der Architekt François Valentiny beschreibt. Wie es jetzt dasteht, ist es Ergebnis des Zusammenpralls zweier Welten, die des Architekten Valentiny und die der gewählten Vertreter der Bürgerschaft. Kein Kompromiss, sondern Legierung. Die Funktionalität muss sich erst erweisen, aber daran bestehen keine ernsthaften Zweifel. In seinem Inneren darf das Haus die Logik seiner Errichtung in den 50ern behalten und zeigen. Ohne Museumsanmutung. Die Baulogik wird einfach nur nicht versteckt. Die neuen Elemente kommen selbstbewusst und präsent daher. Sie sind jetzt da, ohne das Alte zu verzwergen. Theatersaal und Bühne präsentieren sich noch hochwertiger als vorher. Das Theater am Ring dokumentiert den Willen einer Stadt zu selbstbewusstem kulturellem Auftritt. Das Kulturamt der Stadt muss seine kreative Leistungsfähigkeit nicht erst beweisen - aber zu diesem Auftritt ist sie gefragt wie nie zuvor.

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