Ein Geschenk an die Festgäste

Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Rathauschors Saarlouis waren ein musikalisches Hochamt in der Pfarrkirche St. Ludwig und im Anschluss daran eine Festsoirée in der Kaserne VI mit Ansprachen, Ehrungen verdienter Sänger sowie Musikvorträgen.

Besucher des Festhochamts in der Ludwigskirche zeigten sich begeistert von der Aufführung der "Missa Dalmatica" von Franz von Suppé, die der Rathauschor und der MGV 1864 unter Leitung von Johannes Schmitz und Kreischorleiterin Isabelle Goldmann vortrugen. Gespannt war man auf das Herzstück der Messe, das "Gloria", das in strahlender Wucht Suppés Kenntnisse spätbarocker Chormusik erkennen lässt und ebenso strahlend gesungen wurde.

Nach dem Hochamt zog die Festgesellschaft in die 150 Jahre alte Kaserne VI, die einen würdigen Rahmen für die Soirée stiftete. Für dezente Unterhaltung sorgte das Duo Dreierpasch (Tobias Rößler und Kolja Koglin), doch im Mittelpunkt stand das Geburtstagskind. Bereits mit viel Applaus bedacht wurde der Vortrag mehrstimmiger Kunstlieder.

Dann kündigte sich die "Überraschung" an, ein Geschenk an die Festgäste: Der Saarlouiser Musiker Roland Kunz hatte auf Wunsch die französische Hymne "Honneur aux fils de la Lorraine" vertont, und der Rathauschor schmetterte sie mit Inbrunst. In ihr werden die Festung Saarlouis und ihre napoleonischen Helden besungen.

Guido Fontaine, Vorsitzender des Vereins für Geschichte und Heimatkunde Saarlouis-Fraulautern, entdeckte den Text, in dem auch Maréchal Ney erwähnt wird, in einem Almanach aus dem Jahr 1848 . Die Melodie blieb unauffindbar. "Es handelt sich um einen militanten Text", erläuterte Hans-Jörg Schu, aber in ihm spiegle sich ein Teil der Geschichte wieder, auf die Saarlouis "einst sehr stolz" gewesen sei.

Roland Kunz komponierte einen vierstimmigen Männerchorsatz mit Klavierbegleitung im Stil der heroischen französischen Romantik. Das ist ihm gelungen. Das heroische Wort "Honneur" wurde mehrfach herausgehoben. Aber um den hingebungsvollen Patriotismus nicht allzu donnernd zu entfesseln, schob Kunz eine Moll- und Pianoeintrübung ein. Die Begeisterung der Sänger war jedoch so groß, dass sie die Hymne "donnerten", als wär's bereits die eigene.