1. Saarland
  2. Saarlouis
  3. Saarlouis

Ehrungen für die Künstlerseelen

Ehrungen für die Künstlerseelen

Ein Chor, ein Gitarrenbauer und ein Blumenkünstler sind die Träger des „Saarlouiser Kulturpreis 2015“. Bei der Veranstaltung im Vereinshaus Fraulautern mahnte die ungeliebte Kulturzitrone an, dass Saarlouis der Spielsucht zu gute Bedingungen biete.

Streicheleinheiten für Künstlerseelen ist alljährlich der "Saarlouiser Kulturpreis". Dann würdigen der Selbstverwaltete Betriebshof, SBS, und die Stadt Saarlouis besondere kulturelle Leistungen. Den "Saarlouiser Kulturpreis 2015" gab es am Freitagabend bei freiem Eintritt im nahezu voll besetzten Vereinshaus Fraulautern . Auch künftig soll die Verleihung wohl immer im Folgejahr stattfinden, sagte SBS-Geschäftsführer Stefan Neuhäuser der SZ, um so aus den vielen Terminen der Vorweihnachtszeit heraus zu kommen. Der "Saarlouiser Kulturpreis" ist mit je 600 Euro dotiert. In filmischen Porträts stellte Neuhäuser die Preisträger vor. Unterstützt wurde er von Co-Moderatorin Lioba Amann.

Seit 1997 überzeugt der Jazzchor "United Voices" bei seinen Konzerten. Ruth und Dietmar Strauß gründeten das inzwischen 43 Mitglieder starke Ensemble, das neben Jazz auch viele andere Musikrichtungen interpretiert. Blumenkunst aus Lisdorf hat Franz-Josef Wein international bekannt gemacht. Das Traditionshaus "Blumen Wein " ist 160 Jahre alt, sagte er im filmischen Porträt, und "ich bin der erste Florist in meiner Familie". Aus terminlichen Gründen war Wein später per Liveübertragung aus München zugeschaltet.

In Tokyo geboren, und in Roden sesshaft geworden ist der Gitarrenbauer Kazuo Sato. Zwölf bis 15 Instrumente fertige er im Jahr, alles mit edlen Hölzern und handgefertigten Mechaniken. Einem dieser Instrumente entlockte sein Sohn und Profimusiker Takeo Sato meisterhafte Klänge. Als "Saarlouiser Kulturerbe" ausgezeichnet wurde das "Haus der Hüte" in der Silberherzstraße. Denn dort gebe es seit 25 Jahren Kopfbedeckung in gemütlicher Atmosphäre.

Ein Preis, den niemand haben will, ist die Kulturzitrone. Diesmal prangerte Laudator Michael Mansion die Spielsucht an. 431 Geld-Spielgeräte gebe es hier laut Statistik in Saarlouis, also je eines pro 80 Einwohner. "Übrigens in 2014 betrug der Kasseninhalt alleine bei den Spielhallen rund 8,5 Millionen Euro", sagte Mansion. Zusammen mit anderen Formen des Spieltriebs führe dies zu einem Mangel an Vielfalt im Stadtbild. Statt dessen gebe es Hinweisschilder zu erotischen Etablissements, Unmengen an Handyläden und besagte Spielsalons . Es müsse verwundern, begründete Mansion die Kulturzitrone 2015, "wenn zuständige Behörden den Spieltrieb der Erwachsenen dort befördern helfen, wo er sich als gefährliche Sucht geriert".