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Stadtplanung
Ehrgeizige Konzepte für die Stadtteile

Die Schulstraße in Roden (links der Cap-Markt): Das Projekt „Soziale Stadt“ soll den Innenbereich des größten Saarlouiser Stadtteils baulich, wirtschaftlich und sozial zur echten Ortsmitte umgestalten.
Die Schulstraße in Roden (links der Cap-Markt): Das Projekt „Soziale Stadt“ soll den Innenbereich des größten Saarlouiser Stadtteils baulich, wirtschaftlich und sozial zur echten Ortsmitte umgestalten. FOTO: Joschua Schwinn
Saarlouis. Für die Lebensqualität im Kern von Roden werden jetzt Weichen für 15 Jahre gestellt. Der Ausschuss für Stadtplanung bringt das Projekt „Soziale Stadt“ auf den Weg.

Selten werden Fakten über die Saarlouiser Stadtteile so umfangreich und nüchtern zusammengetragen wie derzeit für das Projekt „Soziale Stadt“. Roden und Fraulautern nehmen an diesem großen Bundesprogramm teil. Denn in den beiden größten Stadtteilen von Saarlouis besteht Bedarf, Defizite in vieler Hinsicht auszugleichen. Jetzt hat der Ausschuss für Stadtplanung die Grundkonzepte gebilligt: die so genannten Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepte (ISEK), die Basis für alles Weitere. Sie betreffen jeweils nur Teile der Orte. Anika Rothfuchs-Buhles vom Planungsbüro FIRU stellte den Stand der Dinge im Ausschuss vor.


Teil des ISEK ist eine Gegenüberstellung von Stärken und Schwächen des Stadtteils. Diese Gegenüberstellung offenbart zum einen sehr deutlich, warum Roden ins Langzeitprogramm Soziale Stadt aufgenommen wurde. Sie offenbart aber auch den Spielraum, die Entwicklungschancen des Stadtteils.

Zum Beispiel stehen sich gegenüber: Potenziale wie leichtes Bevölkerungswachstum, eine vergleichsweise junge Bevölkerung, überdurchschnittlich viele Kinder und Jugendliche, ein unterdurchschnittlicher Seniorenanteil. Und problematische Größen wie viele Menschen aller Altersgruppen, die von staatlichen Hilfen leben, ein überdurchschnittlich hoher Ausländeranteil. In Saarlouis bekommen fast 20 Prozent der Kinder staatliche Sozialleistungen. Die Spanne reicht von fünf Prozent in Picard bis 29 Prozent in Roden. In Roden leben derzeit 8730 Menschen (davon 18,6 Prozent Ausländer) in 5621 Haushalten. Saarlouis insgesamt hat 23 592 Haushalte, 60 Prozent davon sind Single-Haushalte.

Oder: Chancen stecken im Mix aus ganz unterschiedlichen Wohnangeboten, der guten Anbindung an die City, günstigen Bodenpreisen und innerörtlichen Flächen, die noch entwickelt werden können. Dem stehen gegenüber starker Lärm durch Schiene und Straße, eine hohe Verkehrsbelastung, ein erhöhter Instandsetzungsbedarf bei den Straßen, veraltete Wohnungsgrundrisse, die Gefahr wachsenden Wohnungsleerstandes.

Oder Es gibt kaum zusammenhängende, also größere, bauliche Problembereiche, viele Häuser sind saniert. Aber: Der Ortskern ist dabei, seine Funktion zu verlieren, gewerbliche Leerstände (Schließung des CAP-Marktes droht).



Maßnahmen sind nun vorgeschlagen. Im Mittelpunkt steht, aus dem „gefühlten“ Stadtteilzentrum ein „eigentliches wirtschaftliches und gesellschaftliches Stadtteilzentrum“ zu schaffen, erklärt Rothfuchs-Buhles.

Das Programm Soziale Stadt macht es den Akteuren nicht leicht. Denn sie wollen möglichst viele Beteiligte einbinden. So gibt es eine Lenkungsgruppe, in der städtische Ämter und das so genannte Quartiersmanagement vertreten sind. Ihr gehört auch der so genannte Quartiersmanager an. Etwa eine Sozialarbeiterin, die eigentlich eine halbe, jetzt aber wohl doch eine zweidrittel Stelle bekommt. Die wird noch ausgeschrieben.

Mitentscheiden wird auch eine Quartierskonferenz. Das sind 15 Rodener Bürgerinnen und Bürger, die sich dafür haben wählen lassen. Über das ganze Paket, das jetzt im Ausschuss beraten wurde, muss aber erst noch der Stadtrat endgültig entscheiden.