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Ehe der Standesämter kurz vor dem Vollzug doch noch geschieden

Ehe der Standesämter kurz vor dem Vollzug doch noch geschieden

Aus der Übernahme des Standesamtsbezirks Ensdorf durch die Stadt Saarlouis wird nichts. Dies hat OB Roland Henz von Saarlouis jetzt seinem Ensdorfer Kollegen Hartwin Faust mitgeteilt. Nach "intensiven Bemühungen" in Saarlouis habe sich herausgestellt, "dass nach derzeitiger Sachlage dies nicht zu realisieren ist".Henz begründet die Absage mit zu starker Belastung "in meinem Standesamt ". Das Personal sei wegen der Schließung von Klinikbereichen außerhalb von Saarlouis und der hohen Zahl von Flüchtlingen an der Grenze der Belastbarkeit.

Ohne personelle Aufstockung könnten keine Aufgaben aus Ensdorf übernommen werden. Deshalb die Absage.

"Ich muss mir nun neue Gedanken machen", sagt Faust. Konkret heißt das, einen Gesprächsfaden mit Schwalbach, Bous und Wadgassen wieder aufzunehmen. Den hatte er wegen der Saarlouiser Option aus der Hand gelegt. "Die drei Gemeinden haben die Standesamt-Frage auch auf der Agenda", sagt Faust, "dort werden wir uns wieder einklinken."

Sowohl der Ensdorfer Gemeinderat als auch der Saarlouiser Stadtrat hatten der Kooperation zugestimmt. Ein gutes Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit schien zu entstehen. Die Absage hat keine unmittelbaren Konsequenzen - in Ensdorf hatte es noch keine Auswirkungen auf Stellenplan oder Aufgabenverteilung in der Verwaltung gegeben.

Ensdorfs Bürgermeister meint trotzdem, dass die Standesämter Thema bleiben sollten. "Zentrale Standesämter dort, wo Krankenhaus-Standorte sind", hält er für vernünftig. Fast alle Geburten und 80 Prozent der Sterbefälle sind dort - im Falle des Landkreises hieße das in Saarlouis und Lebach - zu beurkunden. Blieben abgesehen von den Aufgaben, die aus dem Zuzug von Flüchtlingen erwachsen, die Eheschließungen. Ein überschaubares Problem, wenn Paare nicht mehr in jeder Kommune vor Standesbeamte treten könnten.