Egon schlägt kräftig zu

Die Warnungen des Deutschen Wetterdienstes waren am Donnerstagabend mehr als deutlich. Von Sturm und orkanartigen Böen war die Rede und von örtlich teils starkem Schneefall. Der Sturm kam, der große Schnee blieb aus. Schäden gab es im Kreis aber genug. Eine Bilanz am Tag danach.

Erste Ausläufer des Sturmtiefs Egon lassen die Menschen im Kreis Saarlouis am Mittwochabend ahnen, was da kommen könnte. Gegen Mitternacht ist Egon da. Die kritische Zeit für Polizei , Feuerwehr und Rettungsdienst beginnt.

Besonders hart trifft es ein Haus in Diefflen. In der Schulgartenstraße deckt der Sturm die Hälfte des Daches ab. Am Morgen danach wird das Ausmaß der Schäden sichtbar. Dachziegel, Dämmung, zum Teil die Lattung - alles weg. Von der Straße aus sieht man in den Wohnraum. Im Obergeschoss sind Stahlstützen aufgestellt. Sie stabilisieren den Speicherboden. Dachdecker sind im Einsatz und bemühen sich, das Haus so schnell es geht wieder wetterfest zu machen.

In Oberesch trifft es kein Haus, sondern ein Wahrzeichen des Ortes. Egon fällt die etwa 80 Jahre alte Weide am alten Brunnen. Der mit zwei Stämmen gewachsene Baum trifft unter anderem einen Strommast und eine Bank. Außerdem blockiert er noch am Freitagmorgen die Zufahrt zu einem Grundstück.

Apropos Strommasten. Wie die Energis Netzgesellschaft mitteilt, gibt es ab etwa 0 Uhr mehrere Stromausfälle im Versorgungsgebiet. "Ursache der Störungen waren umgestürzte Bäume und herumfliegende Äste", teilte Energis-Sprecher Michael L'Huillier am Freitag mit. Im Kreis Saarlouis sind in der Nacht Hülzweiler sowie Dorf und Limbach in Schmelz betroffen. Bis auf wenige Ausnahmen wird die Stromversorgung laut Energis bis etwa 8 Uhr morgens wieder hergestellt. Den Großteil der Schäden beheben die 40 eingesetzten Kräfte in den ersten drei Stunden.

Die Polizei Saarlouis meldet sturmbedingte Einsätze zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens. Umgestürzte Bäume , abgerissene Schilder und Ähnliches werden als häufigste Einsatzgründe genannt. Kurioses wird aus Fraulautern gemeldet: "Trampolin auf einem Auto". Das Sportgerät war vom Wind aus einem Garten heraus auf die Straße getragen und anschließend auf einem geparkten Auto abgeladen worden. Die Höhe des Sachschadens steht noch nicht fest.

Merkliche Auswirkungen für Autofahrer gibt es in der Nacht und am frühen Morgen auch in der Wallerfanger Straße in Saarlouis . In einer der Haupteinfallstraßen in die Stadt stürzt ein Baum um. Er beschädigt die Oberleitung der Straßenbeleuchtung und reißt diese auf einer Länge von rund 50 Metern zu Boden. Die Polizei sperrt. Der Neue Betriebshof Saarlouis stellt Baken auf, repariert die Leitung am Morgen.

Die Polizei Dillingen meldet 16 Einsätze "inklusive sturmbedingter Fehlalarme", also Alarmanlagen, die vom Wind ausgelöst wurden. Größere Sperrungen oder Schäden gibt es hier nicht.

Ähnlich sieht es in Bous aus. Hier meldet die Polizei 14 Einsätze. In Wadgassen bricht in der Straße Am Butterborn eine Baumkrone ab und droht auf die Fahrbahn zu stürzen. Die Feuerwehr sperrt die Straße und baut die Krone ab.

Im Bereich der Polizeiinspektion Lebach darf es für Egon dann doch wieder ein bisschen mehr sein. Insgesamt 22 Einsätze verzeichnen die Beamten hier. In Michelbach wird ein Partyzelt auf die Straße geweht, in Hoxberg ist es ein Baugerüst, das umstürzt und die Fahrbahn blockiert. Außerdem wird ein Anhänger auf die Straße geschoben und zwei mal demolieren umstürzende Bäume geparkte Autos. In Schmelz reißt eine Stromleitung und landet auf einem Hausdach. In Landsweiler wird es brenzlig, weil ein Baum auf die Oberleitung der Saarbahn zu stürzen droht. Auch hier kann die Feuerwehr helfen und Schlimmeres verhindern.

Hier wird die L 346 zwischen Düppenweiler und Diefflen freigeräumt. Foto: Ruppenthal. Foto: Ruppenthal

Positiv in Egons Gesamtbilanz für den Kreis : Die Menschen hat er verschont.

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