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Durch die Hölle Alkohol zum neuen Leben

Durch die Hölle Alkohol zum neuen Leben

Saarlouis. "Wie ich neu geboren worden bin": Am Ende des Vortrages stehen manchen Zuhörern Tränen in den Augen. Beate Nilles' fesselnder Beitrag hat sie emotional gepackt und mitgenommen auf einen Trip durch die Hölle Alkohol. In der Saarlouiser Galerie Kleiner Markt hat sie gerade ihren persönlichen Kampf mit der Abhängigkeit geschildert

Saarlouis. "Wie ich neu geboren worden bin": Am Ende des Vortrages stehen manchen Zuhörern Tränen in den Augen. Beate Nilles' fesselnder Beitrag hat sie emotional gepackt und mitgenommen auf einen Trip durch die Hölle Alkohol. In der Saarlouiser Galerie Kleiner Markt hat sie gerade ihren persönlichen Kampf mit der Abhängigkeit geschildert. Das Thema Sucht ist Schwerpunkt bei "Die Straße unseres Lebens - nüchtern betrachtet", einem Projekt im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche Alkohol. Stellvertretend für die Organisatoren KleeBlatt-Saar und Blaues Kreuz begrüßte Anne Fabricius die Gäste der Aktion gestern in Saarlouis. Alkohol - ein wichtiges Thema. Immer mehr Menschen bekommen Suchtprobleme. Galerie-Manager Frank Puller stellt fest: "Deutschland liegt mit 1,9 Millionen alkoholabhängigen Menschen an der Spitze Europas."Betroffenen Mut machenSchirmherrin Monika Bachmann ergänzt, dass mit dem Projekt "auch den Betroffenen Mut gemacht werden soll", das Suchtproblem offen anzusprechen. Die Landrätin hat selbst schon Menschen begleitet, die in Therapien Hilfe fanden. Henz appelliert an WirteDaran anknüpfend betont Oberbürgermeister Roland Henz, dass "der Grad zwischen verantwortungsvollem Umgang und Sucht schmal ist". Sein Wunsch ist, Kinder und Jugendliche besser zu schützen, da diese mit "dem Alkoholkonsum immer früher beginnen". Sein Appell zielt neben den Eltern vor allem auf die Wirte, die den Jugendlichen den übermäßigen Konsum erst mit ermöglichten. "Wer das Jugendschutzgesetz nicht einhält, begeht in meinen Augen ein Verbrechen." Welche Folgen Komasaufen und der Sturz in den Alkoholismus haben können, hat Beate Nilles erlebt, und sie spricht darüber. Aufgewachsen in einer von der Sucht zerfressenen Familie, greift sie schließlich selbst zur Flasche. "Alkohol gab es bei uns als Belohnung oder Entspannungsmittel." Ihr Ringen auf Leben und Tod mit dem Alkohol mündet in einige Selbstmordversuche, bevor sie eine Psychotherapie in Münchwies beginnt. Sie hat es geschafft, ihr Leben in eine positive Richtung zu lenken. Sie hat wieder Selbstachtung gewonnen. Mit dem Freund, den sie in Münchwies kennengelernt hat, lebt sie "in unserer Zwei-Personen-Selbsthilfegruppe". Beate Nilles beeindruckt mit ihrem ehrlichen Bericht - und macht Menschen Mut, die es aus der Sucht ins Leben zurück schaffen wollen.

Auf einen BlickFreitag, 19. Juni: Vorträge zu Adipositas, Medikamentenabhängigkeit und gesunder Ernährung sowie eine musikalisch-medizinische Resonanztherapie und Ratschläge von Orthopäden und Fitnesstrainern.Samstag, 20. Juni: "Der rote Faden im Lebenslauf", "Karriere beginnt im Kleiderschrank", Infos über Schuldnerberatung und Spielsucht, Vortrag der Elternselbsthilfe Dillingen. bk