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Drogerie dm baut neu hinter Post in Saarlouis

Drogerie dm baut neu hinter Post in Saarlouis

Es wird weiter gebaut in Saarlouis: Am Großen Markt errichtet die Drogerie-Kette dm einen Neubau. Gestern gab der Ausschuss für Stadtplanung grünes Licht. Rot hingegen für einen neuen Schrott-Lagerplatz im Hafen. Hier droht ein Streit mit dem Umweltministerium.

Der Drogeriemarkt dm in Saarlouis wird seinen winzigen Standort am Großen Markt verlassen und in ein neues Geschäft hinter der historischen Kommandantur (Pieper Bücher, Post) ziehen. Der Ausschuss für Stadtplanung des Stadtrates stimmte gestern Abend dem Bauvorhaben zu. Hinter der Kommandantur befindet sich das frühere Paketverteilzentrum. Dessen Gebäude will dm umbauen und darin 684 Quadratmeter Verkaufsfläche unterbringen, sehr deutlich mehr als bisher. Die Mauer zum Postgässchen in der Altstadt soll an einer Stelle aufgebrochen werden, um einen zusätzlichen Zugang zu schaffen.

Ein Parkplatz mit 50 Stellplätzen (erforderlich sind 23) befindet sich auf der Rückseite an der Wallstraße.

Die Stadtverwaltung sieht in dem Vorhaben "eine Verbesserung der städtebaulichen Situation". Der rückwärtige Bereich der Kommandantur werde in die innerstädtische "Einkaufszone mit einbezogen und gewinnt an Attraktivität."

Bauantrag für H&M

Damit gehen die Investitionen des Handels in Saarlouis weiter. Die Textil-Kette H&M hat gestern den Bauantrag für den Umbau der Kleinen Galerie gestellt, wie Joachim Küper von der Entwicklungsgesellschaft Rendita Colonia bestätigte.

Einstimmig abgelehnt hat der Ausschuss für Stadtplanung, Bauen und Umwelt gestern Abend die Anfrage des Umweltministeriums an die Stadt, das Einvernehmen für die Genehmigung eines Lagers von Schrotten im Hafen Saarlouis /Dillingen herzustellen. Anfang September schickte das Ministerium allerdings einen Brief an die Stadt, Inhalt: Ein solches Einvernehmen sei eigentlich nicht nötig, wie man bei einem ähnlichen Vorgang, der Errichtung eines Tanklagers für Méguin, gesehen habe.

Also sei vermutlich egal, wie die Stadt Saarlouis in diesem Falle entscheidet, sagte Andreas Ney vom Amt für ökologische Stadtentwicklung. Die Stadt könne das Einvernehmen jedenfalls nicht herstellen. Seit Betrieb des Hafens regle ein öffentlich-rechtlicher Vertrag der Stadt mit den Hafenbetrieben von 1986, dass nicht genehmigt werden dürfe, was die Wassergewinnung gefährden könnte; das Hafengelände ist Einzugsgebiet des Wasserwerkes Ost. Ob das Verbot greift, entscheidet allein der Umweltminister .

Wassergefährdende Stoffe

 Links an der Kommandantur (mit Post und Pieper Bücher und Musik) vorbei führt das Postgässchen. Fotos: Hartmann Jenal
Links an der Kommandantur (mit Post und Pieper Bücher und Musik) vorbei führt das Postgässchen. Fotos: Hartmann Jenal

Bis zu 90 Tonnen wassergefährdender Stoffe würden in der geplanten Anlage der Firma Theo Steil gelagert, sagte Ney. Das Gelände liege innerhalb des Trinkwasserschutzbereiches. Zu bedenken sei weiter, dass die Anlage bei einer geringfügigen Überschreitung der 90 Tonnen auf 100 Tonnen "prinzipiell unzulässig wäre, unabhängig von einer Ministerentscheidung".

Mit einer Entscheidung von Umweltminister Reinhold Jost für die Genehmigung würde sich die Stadt vermutlich nicht abfinden.