Dr. Andreas Geilen-Meerbach in Krankenhaus Saarlouis verabschiedet

Krankenhaus : Zum Abschied die Verdienstmedaille

Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen: Abschiedssymposium für Dr. Andreas Geilen-Meerbach.

Seine offizielle Dienstzeit hatte er schon im Dezember beendet, doch den langjährigen Sektionsleiter der Palliativstation, Oberarzt Dr. Andreas Geilen-Meerbach, einfach so gehen lassen, das wollte im Marienhaus Klinikum Saarlouis-Dillingen niemand. So wurde ihm zu Ehren ein Fachsymposium veranstaltet, in dessen Verlauf der „Pionier der Palliativmedizin im Saarland“, seine Haltung, seine Arbeit und sein Engagement gewürdigt wurden. Überraschung und Höhepunkt war die Überreichung der Verdienstmedaille der Ärztekammer des Saarlandes durch deren Präsidenten, Dr. Josef Mischo.

Alle Freunde, Wegbegleiter und Kollegen waren sich einig, dass mit Andreas Geilen-Meerbach ein besonderer Mensch und Arzt aus dem aktiven Dienst ausscheidet. Einer, dessen berufliches Leben sich seit 1991 ausschließlich um die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen drehte. So hatte man mit dem Thema des Symposiums „Widerstehen und wieder stehen – Resilienz in der Palliativ- und Hospizversorgung” bewusst einen wesentlichen Aspekt, der die Arbeit und die Person Dr. Andreas Geilen-Meerbach ausmacht, gewählt.

Denn in den vielen Jahren seiner Tätigkeit leistete er Tag für Tag Widerstand: gegen Schmerz, gegen Leid, gegen Hoffnungslosigkeit. Er hat Menschen ermuntert, wieder aufzustehen und weiterzuleben. Er hat mit seinem palliativmedizinischen Sachverstand Menschen ihre Lebensqualität erhalten und mit seiner kommunikativen Kunst selbst komplizierte medizinische Fakten so in Worte gefasst, dass jeder sie verstehen konnte. Er brachte immer Bewegung in die Begleitungen der Patienten und stellte sich auf das Befinden seines Gegenübers ein. Auch die Angehörigen seiner Patienten waren ihm immer wichtig. Stets hat er sie eng in die Behandlung mit einbezogen.

In seiner Tätigkeit vereinte Dr. Andreas Geilen-Meerbach die Dinge, die – laut Referentin Martina Kern – Ärzte und Pflegende (nicht nur in der Palliativmedizin) brauchen, um ihre Arbeit gut zu machen: nämlich „die Fähigkeit im beruflichen Handeln noch zu fühlen und weinen zu können, ohne daran zu zerbrechen“. Und wie es Lebenstänzer Dr. Felix Grützner in seiner Adaption des Walzertanzens zu verstehen gab: Mit Taktgefühl und Empathie Nähe und Distanz zulassen und sich auf den Rhythmus des Gegenübers und seiner Melodie einstellen.

Das Team der Palliativstation verabschiedete seinen Chef humorvoll, gleichwohl mit Dank und großer Hochachtung in den wohlverdienten Ruhestand. Die Abteilung für Palliativmedizin bleibt weiterhin Teil der Klinik für Palliativmedizin und Radio-Onkologie unter der Leitung von Chefarzt Dr. Stephan Kremers.

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