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"Discokugeln wären ein Highlight gewesen"

"Discokugeln wären ein Highlight gewesen"

Roden. 1,80 Meter hoch und dicht gewachsen - so steht der bunteste Weihnachtsbaum im Landkreis bei Tanja und Dominik Reinert in Roden. Wer näher kommt, erkennt einen leichten Glanz auf den Nadeln. Ein echter Baum? "Zu viele Probleme", sagt Tanja Reinert

Roden. 1,80 Meter hoch und dicht gewachsen - so steht der bunteste Weihnachtsbaum im Landkreis bei Tanja und Dominik Reinert in Roden. Wer näher kommt, erkennt einen leichten Glanz auf den Nadeln. Ein echter Baum? "Zu viele Probleme", sagt Tanja Reinert. "Ist er dicht und gleichmäßig gewachsen? Hat er eine Spitze? Oder sogar zwei? Außerdem nadeln die echten Bäume schon nach kurzer Zeit sehr stark."

Die Alternative ist ein künstlicher Baum. "Früher waren wir auch dagegen, aber mittlerweile sind die künstlichen Bäume wirklich gut", findet die 38-Jährige. Die Nadeln an den äußeren Zweigen sind aus weichem Kunststoff und sehen echten Tannennadeln zum Verwechseln ähnlich. Darunter, in Stammnähe, sind buschigere Zweige angebracht, um den Baum dichter wirken zu lassen.

"Die Deko ist konservativ und peppig zugleich: Die Lichterkette von meinem Onkel ist fast 30 Jahre alt. Daneben hängen Eulen und pinke Kugeln", sagt sie. "In den letzten Jahren hatten wir nur kleine Bäume, an die nicht so viele Kugeln passten." 150 Stück sind es dieses Jahr geworden - in allen Farben und Formen: gelbe, rote, silberne, sogar schwarze sind darunter. Manche haben große Punkte, andere traditionelle Ornamente, wieder andere sind mit buntem Glitter überzogen. "Discokugeln wären noch ein Highlight gewesen", sagt Reinert und lacht "Die sollen das Licht sehr schön reflektieren."

Einen anderen Wunsch äußert ihr Mann: "Ich hätte gerne Kugeln mit den Bayern-Spielern gehabt." Zum Streit um den Baumschmuck hätte das aber nicht geführt. "Wir sind beide eingefleischte Bayern-München-Fans", sagt er, "Leider habe ich keine Spieler-Kugeln gefunden."

An den Festtagen haben die Reinerts volles Programm: Besuche bei Eltern, Schwiegereltern, Großeltern. "Das ist zeitlich eng", sagt Reinert. "Weil der Baum schon seit dem ersten Advent steht, haben wir in der Vorweihnachtszeit jeden Abend etwas davon."

Saarlouis. Ein Gemeinschaftsprojekt mit Tradition ist der Weihnachtsbaum im Lichthof des Max-Planck-Gymnasiums (MPG) in Saarlouis. Schmuck und Krippe sind Projekte aus dem Kunstunterricht, aufgestellt und dekoriert wird der Baum von Schülern aus der zehnten Klasse. "Seit 1992 hat der Baum seinen festen Platz im Haupthaus", erzählt MPG-Schulleiter Jürgen Hannig, "Seitdem wachsen die Bäume jedes Jahr."

Zwölf Meter misst das diesjährige Exemplar und ragt damit bis zur dritten Etage der Schule. Zwischen erstem Advent und dem Beginn der Weihnachtsferien dient der Baum als Kulisse für Weihnachtsfeiern der fünften Klassen und die Nikolausaktion des Abiturjahrgangs. "Mit dem Nikolaus und seinen himmlischen Heerscharen haben wir dort die Weihnachtsbäckerei gesungen", erzählt Hannig und lacht.

Der Baum ist schlicht, aber wirkungsvoll gestaltet mit über 100 Laubsägearbeiten, Faltsternen aus rotem Papier und Lichtern. Klassische Kugeln gibt es nicht. "Kugeln sind zu klein, die würden an dem Baum nicht wirken", erklärt Hannig. "Außerdem halten wir an der Tradition selbstgebastelter Dekoration fest."

 150 Kugeln funkeln in allen Farben am Weihnachtsbaum von Tanja und Dominik Reinert. Fotos: Sascha Schmidt
150 Kugeln funkeln in allen Farben am Weihnachtsbaum von Tanja und Dominik Reinert. Fotos: Sascha Schmidt
 Seit 20 Jahren Tradition am MPG: Der Weihnachtsbaum im Lichthof, geschmückt mit Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht.
Seit 20 Jahren Tradition am MPG: Der Weihnachtsbaum im Lichthof, geschmückt mit Schülerarbeiten aus dem Kunstunterricht.
 150 Kugeln funkeln in allen Farben am Weihnachtsbaum von Tanja und Dominik Reinert. Fotos: Sascha Schmidt
150 Kugeln funkeln in allen Farben am Weihnachtsbaum von Tanja und Dominik Reinert. Fotos: Sascha Schmidt

Bis zu 50 Zentimeter messen die fein gearbeiteten Sterne und Engel aus Sperrholz - Projekte aus den Klassenstufen sechs und sieben. Mit Drillbohrer und Laubsäge werden die Platten bearbeitet. "Für jedes Loch muss das Sägeblatt neu eingespannt werden. Das ist sehr aufwendig", erklärt Kunstlehrerin Esther Demmer-Bentoua, und ihre Kollegin Dorothee Schneider ergänzt: "Manche Schüler trennen sich erst nicht so gerne von ihrem eigenen Werk, aber wenn sie es Jahre später noch mal am Baum entdecken, freuen sie sich schon darüber." Morgens ist das Licht rund um den Baum ausgeschaltet, nur die Lichterketten strahlen. "Es sieht toll aus, wenn der Baum beleuchtet ist", findet Till Sauter aus der fünften Klasse. Sein Mitschüler Linus Herrmann stimmt ihm zu: "Der Baum ist schön aufgestellt und richtig gut dekoriert."