| 00:00 Uhr

Die Völklinger Familie Amin und die bürokratische Willkür

Muhamad Amin und sein Bruder Walid (von links). Foto: pra
Muhamad Amin und sein Bruder Walid (von links). Foto: pra FOTO: pra
Völklingen/Saarlouis. Marc Prams

Bürokratische Hindernisse und monatelanges Warten bei der Aufnahme syrischer Flüchtlinge hat der Saarländische Flüchtlingsrat (SFR) bei einer Pressekonferenz in Saarlouis am Freitag kritisiert. Am konkreten Fall von Muhamad Kher Amin wurde gezeigt, mit welchen bürokratischen Hürden Flüchtlinge umgehen müssen. Amin, kurdischer Flüchtling aus Syrien , lebt seit 15 Monaten in Völklingen und versucht seitdem, seine Familie - Ehefrau und die Kinder Ana (18 Monate) und Ali (3 Jahre) - zu sich zu holen.

Bereits am 9. September 2014 habe die zuständige Ausländerbehörde in Saarbrücken dem Antrag auf Familienzusammenführung zugestimmt, erklärte Peter Nobert vom SFR. "Seit sechs Monaten liegen alle Papiere, für die man rund 1500 Euro zahlen muss, im deutschen Konsulat in Istanbul , aber es tut sich nichts", sagte Nobert. Warum, werde nicht mitgeteilt. In der Regel werde ein solcher Antrag in wenigen Tagen bearbeitet und die Einreise genehmigt. Seit neun Monaten lebt die Familie nun schon bei Verwandten in Istanbul und wartet auf grünes Licht vom Konsulat. Walid Amin, der Bruder von Muhamad, lebt seit acht Jahren in Völklingen und war in den letzten Monaten mehrmals selbst in Istanbul , um beim Konsulat vorstellig zu werden. "Ich wurde immer vertröstet, aber Gründe für die Verzögerung wurden nicht genannt. Ich kann dieses Verhalten nicht verstehen." Auch beim Flüchtlingsrat herrscht Unverständnis über die Verzögerung. Von einem "krassen Fall" spricht Peter Nobert, der das Auswärtige Amt in der Pflicht sieht. "Wenn Flüchtlinge hier sind, muss die Familienzusammenführung schnell passieren."