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Jazzdance
Die Tränen weichen der Freude

Bei der Siegerehrung konnten die Tänzerinnen von „l’équipe“ bereits wieder lächeln.
Bei der Siegerehrung konnten die Tänzerinnen von „l’équipe“ bereits wieder lächeln. FOTO: Oliver Morguet
Kreis Saarlouis/Mannheim. Mit „l’équipe“ aus Saar- louis und „Pachenga“ aus Schwalbach haben sich beide Nachwuchsforma- tionen aus dem Kreis bei den süddeutschen Meister- schaften für die DM in Hamburg qualifiziert. Von Philipp Semmler

Als Turnierleiter Wolfang Kerbs die Wertung für das erfolgsverwöhnte Saarlouiser Team „l’équipe“ aufruft, ist die Enttäuschung zunächst groß. Nur zweimal die Bestnote eins, dazu dreimal die Zwei, das reicht „nur“ für Platz zwei bei der süddeutschen Meisterschaft der Jazz- und Moderndance-Jugend. Der Sieg geht mit drei Einsen, einer Zwei und einer Drei an „Flash“ von Gastgeber Mannheim. Bei den Tänzerinnen von „l’équipe“ kullern die ersten Tränen.


Dennoch ist der vermeintliche erste Verliererplatz eigentlich ein Erfolg, denn „l’équipe“ war nach fünf souveränen DM-Titeln zwischen 2013 und 2017 in diesem Jahr völlig neu zusammengestellt worden. Nur vier Tänzerinnen aus dem Vorjahr waren übrig geblieben, alle anderen stießen aus den übrigen Jugend- und Kinder-Formationen neu zum Team des Tanzsportclubs Blau-Gold hinzu. Für die meisten war es die erste süddeutsche Meisterschaft überhaupt.

„Ein zweiter Platz ist kein Grund, traurig zu sein“, versuchte Choreograph Sebastian Spahn seine Schützlinge zu trösten, stachelte aber gleichzeitig auch ihren Ehrgeiz an: „Wir haben jetzt bis zur DM in Hamburg sechs Wochen Zeit, intensiv zu trainieren, um das schwierige Stück dort noch besser zu präsentieren.“

L’équipe zeigt in diesem Jahr die spektakuläre Choreographie „I Hate Dancing“ (Ich hasse Tanzen), mit der „autres choses“ 2017 Bundesligameister, deutscher Meister und WM-Dritter geworden war. Die anspruchsvolle Technik und schwierigste Akrobatik stellen eine echte Herausforderung für die jungen Nachwuchstänzerinnen dar. Bei der Siegerehrung war dann auch die Enttäuschung verflogen und die Tränen einem Lächeln gewichen.

Freude pur hingegen bei „Pachenga“ vom TV1984 Schwalbach. Schon bei der Bekanntgabe der Formationen, die die Endrunde der besten Sechs erreicht hatten, brach im Schwalbacher Lager Jubel aus. Da sich die ersten sieben Teams für die Jugend-DM qualifizieren, hatte Pachenga mit der Finalteilnahme schon das Ticket nach Hamburg gelöst. Rundum zufrieden zeigte sich Abteilungsleiterin Barbara Schorr, die als Saisonziel erst einmal nur die Teilnahme an der süddeutschen Meisterschaft ausgegeben und nie und nimmer mit der Qualifikation für die DM gerechnet hatte.