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Die Stunde der Statistiker und Zahlenspieler

Die Stunde der Statistiker und Zahlenspieler

Kreis Saarlouis. In zwei Gemeinden im Kreis Saarlouis herrschen nach der Kommunalwahl am Sonntag glasklare Verhältnisse. Nalbach (56,01 %) und Rehlingen-Siersburg (51,63) vermelden absolute Mehrheiten der SPD. 16 von 27 Sitzen bekommen die Nalbacher Sozialdemokraten, 18 von 33 die in Rehlingen-Siersburg. Und in beiden Fällen lag die Wahlbeteiligung über 70 Prozent

Kreis Saarlouis. In zwei Gemeinden im Kreis Saarlouis herrschen nach der Kommunalwahl am Sonntag glasklare Verhältnisse. Nalbach (56,01 %) und Rehlingen-Siersburg (51,63) vermelden absolute Mehrheiten der SPD. 16 von 27 Sitzen bekommen die Nalbacher Sozialdemokraten, 18 von 33 die in Rehlingen-Siersburg. Und in beiden Fällen lag die Wahlbeteiligung über 70 Prozent. Ob SPD-Landeschef Heiko Maas richtig liegt, wenn er behauptet, eine hohe Beteiligung nützt seiner Partei? Die Tendenz gibt es auch in negativer Hinsicht: In Dillingen und Saarlouis mit jeweils um die 50 Prozent Beteiligung landet die SPD unter 30 Prozent. In Bous fährt sie allerdings bei rund 60 Prozent Beteiligung ihr schlechtestes Ergebnis ein.Die CDU kann nirgendwo mehr allein eine Mehrheit bilden. Selbst in Lebach fehlt ihr mit 47,67 Prozent und 16 von 33 Sitzen einer für die absolute Mehrheit. Lebach hat übrigens nur vier Fraktionen - ob sich die Linke jetzt ärgert, nicht angetreten zu sein? Immerhin haben die Lebacher Christdemokraten das beste Ergebnis in einer Kommune im Kreis eingefahren. Das schlechteste Ergebnis haben sie in Saarwellingen mit 27,7 Prozent, könnte hier aber - Einvernehmen mit FDP und FWG vorausgesetzt - bei 18 Sitzen gegenüber Rot-rot-grün mit 15 eine Mehrheit schaffen.In Ensdorf die FW, in Lebach die FDP sind die Optionen, wenn die CDU mit einem Partner eine Mehrheit bilden will. Ausnahme die große Zusammenarbeit von SPD und CDU, die überall reichen würde. Links-links, also SPD und Linke, würde rechnerisch in Wallerfangen und in Wadgassen für die Mehrheit reichen.Alle weiteren Bündnisse erfordern zwei plus x Beteiligte. Wie wäre es mit Jamaika, also CDU/Grüne/FDP? Das ginge in Dillingen, wäre in Lebach Unsinn, weil der CDU ein Partner reicht, und würde in Saarlouis sowie Überherrn rechnerisch klappen. Und was ist mit Rot-rot-grün, der Mehrheit, die die bürgerlichen Parteien für das Land befürchten? Das ist lediglich in Saarlouis und Überherrn theoretisch möglich.Bleibt die Frage, wie gravierend sich der Wegfall der Fünf-Prozent-Hürde ausgewirkt hat. Hier profitieren die Grünen am meisten. Sie hätten ihr jeweils ein Mandat in Dillingen, Nalbach, Rehlingen-Siersburg, Schmelz, Schwalbach, Wadgassen und Wallerfangen - also in mehr als der Hälfte der Räte - bei bestehender Fünf-Prozent-Hürde nicht bekommen. Außerdem hat nur die FDP in Schmelz unter der neuen Voraussetzung einen Sitz gewonnen, den sie sonst nicht bekommen hätte.