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Die Stadt lebt noch – ist das gut oder schlecht?

Geschäfte schließen wegen Corona : Die Stadt lebt noch – ist das gut oder schlecht?

Die Straßen in Saarlouis und Lebach waren schon am Dienstag ziemlich leer. Einige Läden und Lokale hatten bereits zu.

Dienstagmittag in Saarlouis. Der Tag, bevor die meisten Geschäfte, Läden und Kneipen wegen des Coronavirus schließen müssen. Einige Parkplätze am Großen Markt sind vom Neuen Betriebshof Saarlouis (NBS) abgesperrt. Aber nicht, um die Bürger in den Corona-Zeiten am Einkauf in der Stadt zu hindern. Der NBS sperrt einen Teil des Platzes ab, um die Bäume, die um den Großen Markt herum stehen, von ihren Ästen zu befreien. Das ist alles. Fast so etwas wie Normalität in Zeiten, die alles andere als normal sind.

Der Parkplatz selbst ist noch gut belegt. Nur wenige Parkplätze sind frei. Andererseits: Normal drängeln sich hier die Autos. Gegen Mittag zeigt sich die Sonne über der Stadt. Einige nutzen das Wetter, um nach Monaten voller grauer Tage mit viel Regen ein wenig Vitamin D zu tanken. Zwei junge Saarlouiser sitzen auf dem Gemäuer des Marienbrunnens. Sie haben einen Snack in der Hand und genießen, wie einige andere, gerade ihre Mittagspause.

Doch in den Straßen ist es ruhig. Trotz der angenehmen Temperaturen tragen ein paar Passanten Handschuhe und einen dicken Schal um den Hals – manche halten sich den Schal oder den Jackenkragen vors Gesicht. Aber das wohl eher nicht wegen klirrender Kälte. Bei 14 Grad Celsius und nur leichten Wolken. Vielleicht vielmehr wegen des Coronavirus und der Angst, sich anzustecken.

Das „Tipsy Woodpecker“ bleibt wegen der aktuellen Lage – genau wie das Kaffeehaus „C’est la vie“ – vorübergehend geschlossen. Dennoch sitzen vereinzelt ein paar Menschen vor den Cafés, Restaurants und Bars der Alt- und Innenstadt. Vor dem Eiscafé „Europa“ sind es nur sechs Personen, vor „La Gondola“ lediglich zwei. Es ist ein älteres Ehepaar, das versucht, die Sonnenstrahlen bestmöglich einzufangen. Wer täte das nicht gern – wenn kein Virus aktuell für eine Pandemie sorgen würde.

Die Französische Straße am Dienstagmittag. Wo sich sonst um diese Uhrzeit die Menschen drängeln, ist es jetzt ziemlich leer. Ab heute dürfte es noch weniger werden. Foto: Schwinn
Die Maßnahmen gegen das Coronavirus sind nicht nur für jeden spürbar, sondern auch im Stadtbild sichtbar: Der Bitscher Platz wirkt wie leergefegt. Foto: Thiel Achim/Achim Thiel
Auch die Altstadt wirkt wie ausgestorben. Einige Kneipen haben wegen der Corona-Krise bereits zu. Foto: Schwinn
Der Kleine Markt – auch hier war am Dienstag so gut wie nichts los. Foto: Joshua Schwinn Foto: Schwinn
Einige Restaurants haben freiwillig geschlossen. Foto: Schwinn
Auch das normalerweise gut besuchte Eiscafe ist leer. Foto: Thiel Achim/Achim Thiel

Auch vor dem Restaurant „Donna Mia“ und in den Einkaufsläden am Kleinen Markt das gleiche Bild. Und auch in Lebach. Selbst der Bitscher Platz ist wie leergefegt. An dem beliebten Eiscafé, das einen Tag zuvor einen Ansturm erlebt hat, steht gerade mal ein Kunde. Die Fußgängerzone ist sogar komplett menschenleer. Viel ist also auch in der Theelstadt nicht los – aber, wenn man den Anweisungen der Bundesregierung Glauben schenkt, vielleicht sogar doch noch zu viel. Daher werden ab diesem Mittwoch nahezu alle Läden außer den Lebensmittelgeschäften schließen müssen. Leere Straßen und Plätze wird es in den nächsten Tagen öfter geben.