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Die schwierige Suche nach Azubis

Die schwierige Suche nach Azubis

Seit zwei Jahren unterstützt das Projekt Jobstarter kleine und mittelständische Unternehmen im Landkreis Saarlouis dabei, Auszubildende zu finden. Am Donnerstag wurde eine erste Bilanz gezogen.

"Das Projekt hat sich gelohnt, wie die Zahlen belegen", betonte Landrat Patrik Lauer am Donnerstagmorgen bei einem Pressegespräch im Landratsamt, und bezog sich dabei auf das Projekt Jobstarter, das vor zwei Jahren mit dem Ziel ins Leben gerufen wurde, klein- und mittelständische Unternehmen bei der Suche nach Azubis zu unterstützen und somit dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken. Vor allem Schüler und Schulabgänger, die nicht so leicht in Ausbildung zu vermitteln sind, sollen dabei berücksichtigt werden.

Die Zahlen präsentierte Petra Bühler von der VAUS (Verbundausbildung Untere Saar). Demnach haben in den vergangenen beiden Jahren 88 Unternehmen konkrete Unterstützungsleistungen erhalten. Dazu zählen neben der Vermittlung von Azubis unter anderem die Veröffentlichung von Ausbildungsstellen in sozialen Medien oder die Unterstützung beim Berufemarketing an Schulen. 180 Jugendliche wurden in den beiden Jahren rund um das Thema Ausbildung beraten. 43 Jugendliche wurden in Ausbildung vermittelt, 17 in betriebliche Ausbildungsvorbereitung. "Das sind 60 Jugendliche, die eine Chance bekommen haben, die sie sonst nicht hätten", sagte Lauer.

Die Frage, wie man junge, ausbildungsfähige Leute erreichen könne, sei in den Betrieben immer ein Thema, erklärte Jürgen Pohl, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Untere Saar, die neben Landkreis, Agentur für Arbeit und neuerdings IHK sowie HWK zu den Bündnispartnern zählt. Negative Erfahrungen bei der Suche nach Azubis hätten schon dazu geführt, dass manche Betriebe "die Flinte ins Korn geschmissen" hätten, sagte Pohl. "Wir müssen den Betrieben klar machen, dass wir ihnen auf der Suche zur Seite stehen."

Zwei Infobroschüren rund um das Thema Azubis wurden daher für Unternehmen entwickelt. Mit einer eigenen Webseite, die am Donnerstag präsentiert wurde, ist das Jobstarter-Projekt jetzt auch in der digitalen Welt angekommen. Dort finden Betriebe allerlei nützliche Infos, versehen mit Kontaktdaten zuständiger Ansprechpartner und Antworten auf Fragen.

Beispielsweise darauf, ob ein Betrieb weibliche Azubis einstellen darf, obwohl keine separaten Sanitärräume zur Verfügung stehen. Ein Problem, das gerade in kleinen Betrieben auftaucht. Neben der Auflistung sämtlicher Paragrafen zu diesem Thema findet sich auf der Seite auch der nützliche Hinweis, dass für Betriebe mit bis zu fünf Mitarbeitern eine Ausnahmeregelung gilt.

Ein weiterer Vorteil, den Jobstarter den Unternehmen bieten könne, sei der Kontakt zu Schülern, erklärte Petra Bühler. Also nicht nur zu Schulabgängern, die bereits bei der Arbeitsagentur gemeldet sind. "Wir arbeiten eng mit vielen Schulen zusammen und informieren die Schüler über Möglichkeiten der Ausbildung", sagte Bühler.

Landrat Lauer lobte die gute Zusammenarbeit aller Bündnis-Partner. Diese ermögliche, in einem "schwierigen Segment" erfolgreich zu sein und Jugendlichen eine Perspektive zu bieten.

Das Jobstarter-Projekt Regionales Bündnis für Ausbildung im Landkreis Saarlouis präsentiert sich online auf der Seite der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (WFUS).

wfus.de