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Die Saarlandbrigade feiert ihren 60. Geburtstag in Saarlouis

Bundeswehr : Saarlandbrigade feiert 60. Geburtstag im Stadtgarten

Vorführungen, Sprünge, Biwak, Konzerte: Die Saarlandbrigade feiert am Samstag ihren 60. Geburtstag mit der Bevölkerung. Das Friedensnetz Saar hat eine Protestaktion angekündigt.

Zur Gründung der Saarlandbrigade vor 60 Jahren wird am Samstag, 18. August, im Stadtgarten Saarlouis ein abwechslungsreiches Programm angeboten. Es beginnt um 9.30 Uhr mit einem Feldgottesdienst. Ein öffentliches Gelöbnis der Rekruten (10.30 Uhr) folgt. Die Soldaten führen den Tag über ihre Fähigkeiten vor: 11.30 Uhr Freifallsprung, 12 Uhr Gefechtsvorführung, 13.30 Uhr Hundevorführung,14 Uhr Nahkampfvorführung, 15 nochmals eine Gefechtsvorführung, 16 Uhr Nachkampfvorführung und 17 Uhr eine Hundevorführung.

Am Himmel zu sehen (und zu hören) sind laut Bundeswehr ein Airbus A 400 M, Transall, Noratlas und die Hubschrauber NH 90 und H 145 M.

Musikalisch wird die Feier tagsüber durch das Heeresmusikkorps Koblenz ab 11.30 Uhr, mit dem Reservistenmusikzug Saarland und am Abend von 17.30 Uhr bis 21 Uhrdurch die U.S. Air Forces in Europe Band aus Ramstein mit ihren Klassikern aus Rock und Pop begleitet. Mit einem Biwakabend (ab 18 Uhr) klingt der Tag aus.

Soldaten des Luftlanderegimentes 26 sind derzeit im nördlichen Mali im Camp Castor stationiert. Foto: dpa/Kay Nietfeld

An Vorführungen und Ausstellungen beteiigt sind: die Fallschirmjägerregimenter 26 und 31 mit ihren Fahrzeugen, die Luftlandepionierkompanien 260 und 270 (mit Bootsfahrten auf der Saar und Sprengrobotern), die Luftlandeaufklärungskompanien 260 und 310 (unter anderem mit Drohnen) sowie die Stabs- und Fernmeldekompanie mit einem Gefechtsstand. Es gibt jede Menge Austellungen vom Falkner und Imker bis zu historischen Fahrzeugen.

Ein besonderer Blickfang werden die 30er sein, ein Verein, der sich der Erinnerung an das preußische Infanterie-Regiment „Graf Werder“ (4. Rheinisches) Nr. 30 verschrieben hat, das bis 1918 in Saarlouis stationiert war. Von Freitag bis Sonntagmorgen werden sie ein historisches Biwak in voller preußischer Montur zeigen.

Filmaufnahmen fürs Fernsehen: Die 30er bei Leibesübungen. Sie werden beim 60. Geburtstag der Luftlandebrigade in Saarlouis ein historisches Biwak veranstalten. Foto: Ruppenthal

Gefeiert wird mit diesem Tag im Stadtgarten in Saarlouis das 60-jöhrige Bestehen des Verbandes Luftlandebrigade, der heute einzige dr Bundeswehr. Schon 1956 waren erste Fallschirmjägerverbände aufgestellt worden. Die Luftlandekampfgruppe B9 wurde am 20. Oktober 1958 in Luftlandebrigade 26 umbenannt. Eines ihrer Bataillone, das Fallschirmjägerbataillon 261, verlegte 1961 als erster Verband der BUndeswehr ins Saarland. Seitdem wurden der Verband und der Schwesterverband Luftlandbrigade 31 in Seedorf nahe dem niedersächsischen Oldenburg mehrfach umstrukturiert. 1991, nachdem die Luftlandebrigade ihren ersten Einsatz in einem Krisengebiet hatte und kurdischen Flüchtlingen im Iran half, bekam sie den offiziellen Beinamen Saarlandbrugade.

Zuletzt, 2015, wurden beide Brigaden 26 und 31 aufgelöst und gemeinsam neu aufgestellt als Luftlandebrigade 1. SIe gliedert sich unter anderem in die neuen Fallschirmjägerregimenter 26 und 31 mit Stäben in Seedorf und Saarlouis. Beide Regimenter haben je zehn Kompanien plus eine Rekrutenkompanie. Die Einheiten des Regimentes 26 sind auf Saarlouis, Merzig, Lebach und Zweibrücken verteilt.

Unterdessen hat das Friedensnetz Saar zu einer Protestaktion am selben Tag um 10.30 Uhr am Pavillon in der Französischen Straße in Saarlouis aufgerufen.

„Wir als Friedensbewegung lehnen diese Feierlichkeiten ab. Kriegsführung ist wahrlich kein Grund zum Feiern!“, begründet das Friedensnetz. Es fordert weiter: „Schluss mit öffentlichen Gelöbnissen und Werbung für die Bundeswehr in der Öffentlichkeit und an Schulen, Stopp aller Auslandseinsätze der Bundeswehr, Schluss mit den militärischen Übungsflügen, keine neuen Kampfdrohnen!“. Wie kaum eine andere Einheit der Bundeswehr stehe „die Luftlandebrigade für die grundgesetzwidrigen Auslandseinsätze in aller Welt“, kritisiert das Friedensnetz. „Hierbei geht es nicht um Menschenrechte sondern um die Durchsetzung geostrategischer und ökonomischer Interessen mit kriegerischen Mitteln.“

(we)