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Die Regale der Läden in Saarlouis sind trotz Corona überwiegend voll

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Folgen im Geschäft : Na also: Es gibt doch noch Klopapier

Es wird viel gehamstert in diesen Tagen. Vor allem Nudeln und Toilettenpapier. Die gute Nachricht: Trotz allem gibt es immer noch genug.

Ein Einkaufstag wie jeder andere ist das nicht. Die Fußgängerzone um den Großen Markt in Saarlouis ist sichtbar leerer als sonst. Nur wenige Menschen flanieren über die Gehsteige. Die meisten Geschäfte sind zu, hinter manchem Schaufenster funzelt ein Lämpchen auf die schöne Welt der angepriesenen Artikel. Doch wer hinters Fenster schaut, sieht nicht viel. Keine Kunden, keine Verkäufer und keine Einkäufe.

Das Coronavirus hat sein Chaos formvollendet angerichtet. Hat den Schlussstrich gezogen: abruptes Ende des geschäftigen Treibens. Ladenschluss.

Aber nicht alle Konsumtempel sind verwaist. Drogerien, Supermärkte und Lebensmittelhändler scheinen Inseln der Normalität in der Welt des Einkaufs. Auf den ersten Blick.

Denn normal ist in der Pandemie nichts. Wer etwa ins Kaufhaus Pieper möchte, der kann nicht wie sonst den Haupteingang nehmen. Ein Hinweisschild zeigt „Unser aktueller Eingang“ an. Direkt daneben ein weiteres Schild mit schwarzem Pfeil: „Lebensmittel + Restaurant“. Das ebenerdige Geschoss ist großteils gesperrt. Ein eiserner grauer Bauzaun versperrt den Weg in die Modeabteilung des Kaufhauses. Direkt davor in Goldfolie gewickelte Osterhasen.

Einmal im Erdgeschoss angelangt, ist die Auswahl an Lebensmitteln groß. Die meisten Regale sind mit Lebensmitteln voll gestellt. Nudeln sind in den vergangenen Tagen stärker gekauft worden, aber auch jetzt im Sortiment vielfach vorhanden. Auch Milchprodukte, Tiefkühlwaren und Konserven werden derzeit viel gekauft.

Beim Drogeriemarkt DM ein paar Meter weiter fallen sofort Einkäufer auf, die den Laden mit Klopapier-Packungen unter den Armen verlassen. Im Geschäftsinneren weist ein Regalschild Kunden darauf hin: „aufgrund der hohen Nachfrage kommt es derzeit zu Lieferengpässen“. Beim Blick in die Regale fällt auf, dass vor allem Klopapier nicht mehr dort liegt, wo es sein sollte. Genug da ist allerdings. Bloß räumen die Angestellten sie nicht mehr ins Regal, sondern karren sie auf der Palette in den Laden. Der Berg an Packungen nimmt schnell ab.

Auf Nachfrage bestätigt DM, dass in den Märkten in Deutschland zuletzt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine stark gestiegene Nachfrage nach Toilettenpapier bestanden habe. Ebenso nach Seife. Laut Geschäftsführer Sebastian Bayer sind Mitarbeiter angewiesen, bei sehr nachgefragten Artikeln darauf zu achten, sie nur in „haushaltsüblichen Mengen“ herauszugeben. Shampoos, Lotionen, Cremes und sonstige Artikel hat die Filiale Saarlouis überwiegend vollständig im Sortiment.

Auch bei Globus herrscht an diesem Donnerstagvormittag reges Treiben. Familien sind gemeinsam einkaufen, die Wagen vollgepackt mit Lebensmitteln. Doch auch hier sind Spuren sichtbar, die Corona hinterlassen hat. Der Anstellbereich vor der Bäckerei ist mit Absperrband markiert. An den Kassen müssen sich Wartende im Sicherheitsabstand von eineinhalb Metern aufstellen, immer hinter den gelbschwarzen Klebebandstreifen auf dem Boden des Einkaufsmarktes.

Die Regale sind teils gelichtet, zumeist stehen aber Paletten mit entsprechenden, noch nicht eingeräumten Frischwaren im Markt. Geschäftsleiter Oliver Krauß erklärt, dass haltbare Waren wie Nudeln, Mehl, Reis, Konserven und Drogerieartikel stärker nachgefragt sind: „Daher kann es zu Lücken in den Regalen kommen.“ Die Belieferung sei aber gesichert und Mitarbeiter sowie Logistik „erbringen Bestleistungen, zeitweise leere Regale wieder aufzufüllen und die Warenversorgung sicherzustellen“.

Auch Lidl nimmt zurzeit gestiegene Verkäufe wahr. Konserven, Nudeln oder etwa Toilettenpapier sind stark nachgefragt. In einzelnen Filialen kann es wegen Verzögerungen vorkommen, dass kurzzeitig nicht das gewohnte Sortiment angeboten werden kann, heißt es.

Wo der berüchtigte Hamster(käufer) war, bleiben meist nur solche Schilder übrig. Wie hier im DM in Saarlouis. Foto: Renz. Foto: Markus Renz
Ein Bauzaun trennt im Kaufhaus Pieper in Saarlouis den Weg zum geöffneten Lebensmittelbereich vom restlichen, geschlossenen Laden ab. Foto: Markus Renz

Bei Aldi Süd stellt sich die Situation ähnlich dar. In einzelnen Filialen gibt es aktuell eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten wie Konserven, teilt das Unternehmen mit. Die Versorgungslage hinsichtlich Produkten und Logistik sei aber nach wie vor gesichert.