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Streik
Die Nachtschicht war im Ausstand

Die Nachtschicht bei Ford in Saarlouis ist in der Nacht zum Donnerstag in den Streik getreten.
Die Nachtschicht bei Ford in Saarlouis ist in der Nacht zum Donnerstag in den Streik getreten. FOTO: Andreas Engel / Andreas Engel/IG Metall
Saarlouis. Unter dem Motto „Feuer und Flamme für sechs Prozent und eine Reduzierung der Arbeitszeit“ haben die Metaller gestreikt. Von Oliver Spettel

Zweiter Streik an einem Tag: Die IG Metall hatte in der Nacht zum Donnerstag die Nachtschicht der Ford-Werke Saarlouis sowie die Firmen Nedschroef Fraulautern, Magna, Benteler, Tenneco, Lear und Rhenus LMS zum zweiten Mal für diesen Tag zum Warnstreik aufgerufen. Nachdem am Morgen rund 4000 Beschäftigte dem Aufruf gefolgt waren (wir haben berichtet), kamen in der Nacht weitere 2500 Beschäftigte hinzu, teilte die IG Metall gestern mit.


Guido Lesch, zweiter Bevollmächtigter der IG Metall, begrüßte alle, die dem Aufruf gefolgt waren, sowie Delegationen der Stahl- und der Textilindustrie sowie Vertreter der Politik. „So viel Solidarität tut gut, wir danken euch dafür “, betonte Lesch.

„Die Arbeitgeber wollen offensichtlich Streit! Wir, die IG Metall und die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie, sind dazu bereit“, sagte der erste Bevollmächtigte Robert Hiry. Man wolle den Druck so lange aufrechterhalten, bis die Arbeitgeber ein „verhandlungsfähiges Angebot vorlegen“.

Thomas Fischer, Chef der Vertrauensleute bei den Ford-Werken in Saarlouis, nannte das Angebot der Arbeitgeber „eine Frechheit“.

Stefan Zapp, Betriebsratsvorsitzender von Rhenus LMS, betonte in der Nacht, die Forderung der Arbeitnehmerseite sei berechtigt. Angesichts einer guten wirtschaftlichen Situation in den Betrieben, stabiler Erträge und Wachstumsprognosen würden sich die Beschäftigten nicht so billig abspeisen lassen. Den Aufrufen der Gewerkschaft sind in der aktuellen Tarifrunde bundesweit bereits fast 200 000 Beschäftigte gefolgt.