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Portrait: „Die Musik konnte ich nicht lassen“

Portrait : „Die Musik konnte ich nicht lassen“

Die Faszination Orgel- und Kirchenmusik hat Armin Lamar schon von Kind an nicht mehr losgelassen. Und seine Passion möchte er gerne weitergeben.

Schon als Vierjähriger ist Armin Lamar, Jahrgang 1971, von Orgel- und Kirchenmusik „fasziniert“, wie er im Gespräch erzählt. Die väterliche Großmutter nimmt ihn regelmäßig mit zum Gottesdienst im Dillinger Saardom, wohl auch, um aus ihm einen gläubigen Katholiken zu machen.

Seine Mutter, die „ein tolles Musikverständnis mitbringt“, ist evangelisch. So wächst in ihm schnell der Wunsch, das Orgelspiel zu lernen. Doch erst mit neun bekommt er ein Klavier, erhält Unterricht, auch Orgelstunden bei Thekla und Valentin Schmitt. Seine Begabung zeichnet sich ab.

So wechselt Lamar 1986 zu Hans-Georg Nicola, Kirchenmusiker in der Saarlouiser Stadtkirche St. Ludwig, ohne zu ahnen, dass er ihn später im Amt beerben wird. Zeitgleich bekommt er Klavierstunden bei Karl Gottfried in Dillingen. Bereits ein Jahr vor der Ersten Hl. Kommunion tritt er der Knabenschola im Saardom bei. Da möchte man vermuten, dass der Sohn musikinteressierter Eltern einmal das Musikfach einschlägt.

Aber es heißt: „Kind, lerne erst einmal was Anständiges.“ Armin Lamar soll in das Unternehmen seines mütterlichen Großvaters einsteigen, dem Gründer von Krüger-Druck Dillingen. So beginnt er 1988 – eher unwillig – eine Lehre als Schriftsetzer und wird danach mit kaufmännischen Aufgaben beauftragt. „Nicht, dass mir diese Tätigkeit keinen Spaß gemacht hätte“, sagt er, „aber die Musik konnte ich nicht lassen.“ Lamar nimmt weiter Klavier- und Orgelunterricht, wird Sänger im Madrigalchor Dillingen.

„Das Chorsingen hat mich schon auch sehr geprägt“, erinnert er sich. 1990 nimmt der 19-Jährige Orgelunterricht bei Prof. Paul Schneider, wechselt ein Jahr später zu Kantor Wolfgang Trost (Marpingen) und singt jetzt auch im Madrigalchor Klaus Fischbach Saarbrücken.

 Sein Engagement ist unermüdlich: Schon 1996 wird er künstlerischer Leiter und Initiator der Orgelkonzertreihe der „Kulturszene Saardom“ Dillingen. Orgelvertretungen am Trierer Dom und Chorbegleitung beim Domchor sowie Orgelkonzerte, auch außerhalb des Saarlandes, müssen mit dem Beruf vereinbart werden. Eine Bürde, zumal der Wunsch, endlich studieren zu können, größer wird. Aber er bekommt moralische Unterstützung: „Trost, Fischbach und Heinz Rothkopf waren meine wichtigsten Mentoren.“ Nach 15 Jahren Fremdbestimmung beichtet er seinem Onkel, der die Druckerei inzwischen leitet, dass er ein Musikstudium anstrebt und deshalb ausscheidet.

 Lamar, der inzwischen verheiratet ist und bereits zwei Kinder hat, beginnt im Oktober 2003 das ersehnte Studium der Kirchenmusik an der Hochschule für Musik Saar, unter anderem bei Andreas Rothkopf und Theo Brandmüller. Im Dezember macht er sein C-Examen an der Bischöflichen Kirchenmusikschule Trier, 2008 beendet er seine Studien mit dem Diplom und dem B-Examen.

 „Nebenher“ ist er Kantor der Seelsorgeeinheit Saarlouis-Lisdorf, Künstlerischer Leiter des Fördervereins „Klingende Kirche“ und der „Europäischen Orgelakademie“ in Lisdorf, Vorsitzender der Kulturszene und Initiator der Konzerte im Saardom. Nach weiteren zwei Jahren Aufbaustudium besteht er das A-Examen Kirchenmusik mit sehr gut. Das Aufbaustudium im Konzertfach Orgel bricht er aufgrund seiner Tätigkeit als Kantor im Dekanat Saarlouis (seit 2010) nach drei Jahren ab.

Armin Lamar ist im Jahr 2013 angekommen und wird zum Regionalkantor und Leiter der Fachstelle für Kirchenmusik im Bistum Trier ernannt, bekommt Lehrauftrag für die Fächer Orgel, Musikgeschichte, Liturgiegesang, Gregorianik und Gehörbildung an der Bischöflichen Kirchenmusikschule Trier. Seit 2014 begleitet er als Jury-Mitglied den Internationalen Orgel-Kompositionswettbewerb Saarlouis-Lisdorf. Und – er kehrt zu seinem Madrigalchor Dillingen zurück – als künstlerischer Leiter.

Was macht seine unbändige Liebe zur Orgelmusik aus? Armin Lamar: „Ich schätze die Orgel als liturgisches Instrument mit seinen unzähligen Klangfarben und Registrierungen, die unterschiedliche Musikstile aller Epochen möglich machen. Ich möchte diese Passion weitergeben, ich will begeistern, weil ich selbst begeistert bin.“