Grüne Damen: Die guten Geister im Klinikalltag

Grüne Damen : Die guten Geister im Klinikalltag

Die Grünen Damen feiern am Donnerstag, 28. September, in der Saarlouiser Elisabethklinik ihr 35-jähriges Bestehen.

„Meine Arbeit bewegt sich zwischen Sinnkrisen und tiefgründigen Gesprächen“, erzählt Monika Leinen, Leiterin der Ökumenischen Krankenhaushilfe (ÖKH) über ihre Tätigkeit, die sie seit gut 15 Jahren als eine der Grünen Damen ausübt. Die feiern in der Elisabethklinik in Saarlouis am 28. September ihren 35. Geburtstag. Für sie, aber auch Krankenhausoberin Sabine Ruppert-Fürstos, der das Zusammenspiel zwischen Hauptamtlichen und Ehrenamtlichen im Krankenhaus sehr wichtig ist, eine passende Gelegenheit, Rückschau zu halten, aber auch in die Zukunft der Grünen Damen zu blicken.

Seit 16 Jahren ist Leinen dabei, hat vor zwei Jahren das Amt der Leiterin übernommen. „Es ging mir gut, meine Tochter war im Studium, ich wollte mich wieder betätigen. Warum also nicht etwas den Menschen zurückgeben, wenn es einem selbst so gut geht“, erklärt sie, wie es zu ihrem ehrenamtlichen Engagement im Jahr 2002 kam. Aus ihrer früheren beruflichen Tätigkeit im Krankenhaus waren ihr die Grünen Damen im Krankenhaus sehr positiv im Gedächtnis geblieben und sie knüpfte den Kontakt zu Ursula Grützmacher.

Die hatte die ÖKH, die im Jahr 1982 von Pfarrer Jürgen Stengel und seinem katholischen Kollegen Pfarrer Anton Heidger ins Leben gerufen wurde, 30 Jahre lang geleitet. Der Anfangsgedanke, Patienten den Klinikaufenthalt mit Gesprächen und kleinen Besorgungen etwas angenehmer zu gestalten, ist geblieben, der Helferkreis, erklärt Leinen, habe sich deutlich reduziert.

„Als ich angefangen habe, waren wir 27 Leute, heute sind es noch 14 Personen, die in kleinen Teams die Vormittage in der Woche abdecken“, sagt sie. Mit zwölf Damen und zwei Herren im Alter zwischen 57 und 78 Jahren, sagt sie, sei man noch recht gut aufgestellt, doch Nachwuchs schade dieser Gruppe ehrenamtlicher Helfer natürlich nicht. Eine gute Einarbeitung, betont Leinen, geht dem Einsatz als Grüne Dame voraus. Daneben stehen den Grünen Damen, erklärt die Krankenhausoberin, auch die hausinternen Schulungen zu den verschiedenen Themen wie Hygiene offen.

„Wir lassen niemanden in seinem Dienst allein, die Teams bestehen immer aus mindestens drei Leuten. Dazu gibt es Ansprechpartner in der Krankenhausseelsorge und, wenn es mal nicht mehr geht, kann jeder seinen Dienst an diesem Tag beenden“, erklärt Monika Leinen. Aus eigener jahrelanger Erfahrung weiß sie, dass nicht jeder Besuch im Krankenzimmer positiv verläuft. „Ich persönlich finde es schade, wenn wir ignoriert werden, das passiert durchaus, da gibt es nicht mal einen „Guten Morgen“, sagt sie.

Sehr gerne, erzählt die Leiterin der ÖKH, erklärt sie den jungen Patienten, die oftmals nach einem Sport­unfall in der Klinik sind, was die Grünen Damen im Klinikalltag erledigen. „Das sind sehr schöne und oft auch lustige Gespräche“. Einige tiefgehende Unterhaltungen, sagt sie, hatte sie in der onkologischen Ambulanz. Hier sind ihr Frauen begegnet, die in den langen Wartezeiten ihre Geschichten erzählt haben. „Da nimmt man sich dann vielleicht mal nicht so wichtig mit seinen Wehwehchen“, sagt sie. Doch Abstand zu allen Patienten und ihren Geschichten halten, betont Leinen, sei auch für die Grünen Damen „überlebenswichtig“. Das sollte man mitbringen in diesem Ehrenamt. Was man dafür erhält: „Viele Erfahrungen für das eigene Leben und eine tiefe Dankbarkeit der Patienten, denen man helfen konnte“.

Der Festakt zum 35-jährigen Bestehen der Ökumenischen Krankenhaushilfe (ÖKH) im Marienhaus Klinikum am Standort Saarlouis startet am Donnerstag, 28. September um 14.30 Uhr mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Krankenhauskapelle (Altbau, 1. OG), gegen 15.15 Uhr beginnt der Festakt mit anschließendem Imbiss in der Aula.
Info zum ÖKH gibt es im Büro der ÖKH jeweils montags bis freitags in der Zeit von 8.30 Uhr bis 9 Uhr sowie von 11 Uhr bis 11.30 Uhr unter der Telefonnummer (0 68 31) 16 16 62 oder per E-Mail an monika.leinen@marienhaus.de.

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