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Heimatkunde
Die Geschichte der Fraulauterner Industrie

 Historische Ansicht des Eisenwerks in Fraulautern.
Historische Ansicht des Eisenwerks in Fraulautern. FOTO: Repro
Saarlouis. In Anlehnung an das Motto „Handwerk, Technik und Industrie“ am Tag des offenen Denkmals 2015 befasst sich ein Vortrag am heutigen Dienstag, 24. Oktober, 19 Uhr, mit der Industriegeschichte der bis 1935 selbstständigen Gemeinde Fraulautern, beginnend mit der Abhängigkeit des Fraulauterner Gewerbes von der Klosterherrschaft des Hochadeligen Damenstiftes. Früh hatte sich in Fraulautern eine Schiffbauindustrie etabliert, die sich einen außerordentlichen Ruf aufgrund der Praktikabilität ihrer Schiffsmodelle erwarb, die auch beim Bau der Festungen Saarlouis und Montroyal zum Einsatz kamen.

In Anlehnung an das Motto „Handwerk, Technik und Industrie“ am Tag des offenen Denkmals 2015 befasst sich ein Vortrag am heutigen Dienstag, 24. Oktober, 19 Uhr, mit der Industriegeschichte der bis 1935 selbstständigen Gemeinde Fraulautern, beginnend mit der Abhängigkeit des Fraulauterner Gewerbes von der Klosterherrschaft des Hochadeligen Damenstiftes. Früh hatte sich in Fraulautern eine Schiffbauindustrie etabliert, die sich einen außerordentlichen Ruf aufgrund der Praktikabilität ihrer Schiffsmodelle erwarb, die auch beim Bau der Festungen Saarlouis und Montroyal zum Einsatz kamen.


Später war Fraulautern als Nachbarort der Festungsstadt Saarlouis Zulieferer für die Bedürfnisse des Militärs, weil sich innerhalb des engen Korsetts ihrer Festungsmauern ein nachhaltiges Gewerbe oder gar eine industrielle Fertigung nicht entwickeln konnte. Gerade dieser besondere Umstand war ausschlaggebend dafür, dass in Fraulautern aus alten Berufen neue Firmengründungen erwuchsen, die nach Anlage der Eisenbahn in der Mitte des 19. Jahrhunderts einen raschen Aufschwung erlebten. Die ursprüngliche Schiffbauindustrie erkannte schnell die Rivalität des schnelleren Beförderungsmittels und verlegte sich auf andere Sparten der Holzbearbeitung, was zu der berühmten Stuhlindustrie in Fraulautern führte.

Die Schlosser und Blecharbeiter, die für die Garnison Pferdezaumzeug sowie militärisches Besteck und Feldgeschirr anfertigten, veränderten sich in die Herstellung von Emaillegeschirrwaren, was in Fraulautern zu der größten Emaillefabrikation in der preußischen Rheinprovinz führte. 1852 wurde in Fraulautern von Gustav Meguin eine Harzdestillation eingerichtet und damit gleichzeitig das älteste chemische Industrieunternehmen der Saarprovinz und die älteste deutsche Harzproduktenfabrik überhaupt gegründet. Der Referent schildert auch die Abhängigkeiten der Industrie von den politischen Zuordnungen im Verlauf des Industriezeitalters bis zum Anschluss an das Deutsche Reich 1935.



Der Vortrag findet statt am heutigen Dienstag, 19 Uhr, Theater am Ring. Eintritt frei.