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Die flüchtige Schönheit des Augenblicks

Die flüchtige Schönheit des Augenblicks

Die Bilder des Franzosen Gérard le Gentil sind geprägt von namenloser Lebensfreude. Sie zeigen alltägliche Straßenszenen, flüchtig vorbeihuschende Augenblicke. Ab 28. Februar im Haus Ludwig.

Es sind Bilder, die derart rätsellos scheinen, dass es schon wieder ein Rätsel ist. Betrachtet man viele Bilder des Franzosen Gérard le Gentil, kommt man doch irgendwann darauf zurück: Es gibt dort keine Rätsel. Da hat sich ein Maler einfach anstecken lassen von für ihn namenloser Lebensfreude . Le Gentils Bilder sind demnächst im Atelier des Hauses Ludwig zu sehen. Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres in Saarlouis , denn Mitte 2015 hatte die Kreissparkasse (KSK) sie gezeigt.

Die pastos gehaltenen Leinwände haben flüchtige Alltäglichkeit zum Thema, das Leben in der Stadt, wie man es eher aus dem Augenwinkel sieht oder es sieht, ohne es bewusst zu sehen. Menschen vor Schaufenstern, Passanten dahinten. Die Gestalten kaum mehr als schemenhaft, zu abstrakt, um nach ihrem Schicksal zu fragen vor und nach diesem flüchtig vorbeihuschenden Augenblick. Das mag man als leer empfinden, oder als erfrischend oder im Gegenteil als anstrengend, denn die Bilder sagen auch: Wenn du einen Sinn in dieser Stadt-Tapete suchst, musst du den schon bei dir selbst finden.

Der Wallerfanger Kunst-Mäzen und Kunsthändler Claus Zöllner bringt Gérard le Gentil nach Saarlouis . Es ist eine weitere Ausstellung, in der Saarlouis Kostproben Pariser Kunst zu sehen bekommt. Für diese aktive Vermittlung seit 1989 wurde Zöllner, von Beruf Elektriker, 2000 mit der Auszeichnung Chevalier de l'ordre des arts et des lettres, später mit weiteren französischen Anerkennungen und 2013 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

Zöllner wurde 1948 geboren, im selben Jahr wie Gérard le Gentil. Der trieb sich schon mit 15 auf dem Montmartre herum, besuchte täglich die Maler Jean Paul und Utrillo, wenn man seiner Biografie folgt. Seitdem sieht er mit dem Pinsel Straßenszenen, Bistros, Marktplätze. Gelernt hat er in den Ateliers seiner Künstler-Freunde. Vor 50 Jahren stellte er erstmals in Paris aus. Seine Bilder wurden seitdem in Galerien in vielen Städten weltweit gezeigt.

Eröffnung: Sonntag, 28. Februar, 11 Uhr, Atelier des Hauses Ludwig, Saarlouis , mit Gérard le Gentil sowie den Schirmherren, dem französischen Generalkonsul Frédéric Joureau, und dem Geschäftsführer der Saarland-Sporttoto Michael Burkert . Bis 20. März.