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Die Festung per Mausklick erleben

Die Festung per Mausklick erleben

Saarlouis. Aus jahrhundertealten Karten und hochmoderner Technologie ist es entstanden, das virtuelle 3D-Modell der historischen Festung Saarlouis. Erdacht und umgesetzt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken, ist es seit seiner ersten Präsentation vor rund zwei Jahren ein echtes Erfolgsmodell

Saarlouis. Aus jahrhundertealten Karten und hochmoderner Technologie ist es entstanden, das virtuelle 3D-Modell der historischen Festung Saarlouis. Erdacht und umgesetzt vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Saarbrücken, ist es seit seiner ersten Präsentation vor rund zwei Jahren ein echtes Erfolgsmodell. Genau das war das Ziel des achtköpfigen "Erbauer"-Teams um Georg Demme (39) und Tobias Groß (33) aus Saarlouis. Nicht nur die Wissenschaft motivierte die beiden Informatiker. "Wir waren neugierig auf die neue Art der Beschäftigung mit der Stadt, in der wir gern leben."

Gute Resonanz

Im Städtischen Museum soll das moderne Modell der Vergangenheit bald dauerhaft zu sehen sein. "Geplant ist ein festes Terminal mit Projektionsfläche", erklärt Museumsleiter Benedikt Loew, der das Projekt initiiert hat und lobt. "Überall, wo wir es vorgestellt haben, zum Beispiel beim Choisy-Symposium, ist es auf sehr gute Resonanz gestoßen". Das freut auch die Forscher, die die Festung von 1680 per Mausklick wiederbelebten. Zumal sie auch persönlich davon profitiert haben, sagen sie. Viele Arbeitsstunden, Datensätze, Ideen und Klicks musste das Informatiker-Team im Auftrag der Stadt Saarlouis investieren, um die Festung "so detailgetreu wie möglich" zu rekonstruieren, "damit die Leute erleben können, wie es in der Stadt früher aussah" (Demme).

Zunächst konzipiert als "Mittel zum Zweck" für einen Film über die Festung (im Handel erhältlich), hat sich das Modell schnell für weitere Anwendungen wie Bilder oder eben ein festes Terminal qualifiziert. "Es soll die echten Modelle im Museum dabei nicht ersetzen, sondern ergänzen". In 3D lässt es Betrachter als historische Spaziergänger in die Festungsstadt von damals eintauchen und - zum Beispiel - über den originalgetreuen Paradeplatz in Richtung Französisches Tor schlendern.

Mit anderen Augen

"Man kann erleben, wie die Festung, von der ja nicht mehr alles übrig ist, damals gedacht war und aussah", erläutert Groß. "Das ist unglaublich spannend."

 Georg Demme (links) und Tobias Groß mit alten Karten und dem 3D-Modell der Festung. Foto: Thomas Seeber
Georg Demme (links) und Tobias Groß mit alten Karten und dem 3D-Modell der Festung. Foto: Thomas Seeber

Daher habe die Forschungsarbeit (die stetig überarbeitet wird, weil immer neue historische Details ergänzt werden) auch das Heimatgefühl der beiden Computer-Grafiker bereichert, die "Feuer und Flamme dafür sind". Denn nicht nur in der virtuellen Realität könne man Saarlouis durch das Modell mit anderen Augen sehen. Sondern auch, weil man sich plötzlich ganz real für Stadtgeschichte interessierte - und sich frage, "warum einem vorher eigentlich nicht aufgefallen ist, wie faszinierend die Festungsstadt Saarlouis ist".