Unsere Serie Hilfsdienste im Kreis Saarlouis: Das DLRG in Saarlouis : Es geht um mehr als nur Schwimmen

Der stellvertretende Vorsitzende Tobias Wagner berichtet von der Situation der DLRG im Bezirk Saarlouis.

Dillingen Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist eine interessante Hilfsorganisation mit Arbeitsschwerpunkt rund ums Wasser. Hier wird getaucht, geschwommen, Boot gefahren und gerettet: „Wir bringen nicht nur den Kindern das Schwimmen bei, uns sieht man unter anderem am Losheimer Stausee, wo wir Schichten der Rettungswache übernehmen“, erzählt Tobias Wagner, stellvertretender Vorsitzender der DLRG im Bezirk Saarlouis. Seit sechs Jahren hat Wagner dieses Amt und engagiert sich ehrenamtlich in seiner Organisation.

„Ich selbst bin seit 1989 im DRLG. Meine Anmeldung war purer Zufall. Meine Oma ging mit mir nach Dillingen ins Hallenbad, sie wollte mir das Schwimmen beibringen. An dem Tag trainierte das DRLG. Dann hieß es dort, mitmachen oder nach Hause fahren. So kam ich zum DRLG“, erzählt der Hüttersdorfer, der seine erste DLRG-Erfahrung nie vergessen hat. Aus der ersten Schwimmstunde wurde eine Passion und ein Engagement in einer leistungsfähigen Einsatzeinheit.

Die DLRG im Bezirk Saarlouis verfügt in ihren Ortsgruppen insgesamt über elf Einsatzfahrzeuge. Darüber hinaus werden sechs Motorrettungsboote oder Mehrzweckboote vorgehalten. „Ein Fahrzeug stammt aus der Katastrophenschutzvorhaltung des Landkreises, alle anderen wurden überwiegend aus Mitgliedsbeiträgen aber zum Teil auch durch Unterstützung der Kommunen beschafft. Rund 200 aktive Helferinnen und Helfer im Einsatzdienst und etwa 140 aktive Helferinnen und Helfer in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung engagieren sich bei uns ehrenamtlich“, sagt Wagner.

Im Jahr 2020 komme man auf 8000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. „Mit separat etwa 2700 Helferstunden in der Schwimm- und Rettungsschwimmausbildung ist die Zahl im Gegensatz zum Vorjahr gesunken.“ 2019 arbeiteten die Ehrenamtler 8600 Stunden in den Kursen. „Das kommt durch die Corona-Pandemie und der Schließung der Schwimmbäder. Unsere Kurse fallen aus und auch die Rettungswachen auf Veranstaltungen gehen zurück. Sonst sind wir als Helfer bei Drachenbootrennen, dem Saarspektakel oder bei Konzerten an den Seen zu sehen“, berichtet der Gymnasiallehrer.

Die zehn Ortsgruppen des Landkreises sind auf verschiedenen Veranstaltungen vertreten. „Im Jahr 2020 übernahmen wir einen Teil des Wasserrettungsdiensts am Stausee Losheim und dem Bostalsee. So wird aus auch in diesem Jahr weitergehen. Zusätzlich halfen wir bei der Einbindung in die Maßnahmen der Corona-Bekämpfung. Wir halfen am Test-Zentrum der Ford Werke, beim Aufbau des Corona-Versorgungszentrums Saarlouis, und der Planung und dem Aufbau des Impfzentrums“, erzählt der 39-Jährige.

Hier engagiert sich die DLRG dann auch abseits des Wassers im Kanon mit den übrigen Hilfsorganisationen. Organisatorisch hänge man durch die Pandemie auch etwas nach. Neuwahlen des Bezirksvorstandes waren für April geplant, diese wurden in den Sommer verschoben. Es seien aber keine personellen Neuerungen geplant. Der bestehende Vorstand werde vermutlich weitermachen.

Auf eine Wiedereröffnung der Bäder warte man sehnlichst: „Sofern Möglichkeiten durch Wasserflächen in Hallenbädern bestehen, werden wir eine kurzfristige Wiederaufnahme der Anfängerschwimmausbildung starten. Auch unsere Kinder und Jugendlichen möchten gerne wieder trainieren. Insgesamt 62 Kinder im Alter von zehn bis 15 Jahren lernen bei uns spielerisch das A und O einer Einsatzkraft“, sagt Wagner.

Die Nachwuchssituation sei grundsätzlich nicht schlecht. Die Kinder fühlten sich bei der DLRG auch sehr wohl. „Bei uns ist für Spaß gesorgt, denn wir besuchen Spaßbäder, Freizeitparks oder Zeltlager“, sagt Wagner.

Und ganz nebenbei lerne man natürlich auch noch sehr gut Schwimmen. Idealerweise so gut, dass man anderen im Wasser zu Hilfe kommen könne.

Alle Teile der Serie finden Sie unter

www.saarbruecker-zeitung.de/hilfsdienste-im-kreis-sls