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Die beliebtesten Vornamen
Das sind die beliebtesten Vornamen 2018

 In den letzten zwölf Monaten im Kreis Saarlouis geboren? Dann sind bestimmt ein Noah, Ben und Felix oder eine Mia, Marie und Emilia dabei.
In den letzten zwölf Monaten im Kreis Saarlouis geboren? Dann sind bestimmt ein Noah, Ben und Felix oder eine Mia, Marie und Emilia dabei. FOTO: dpa / -
Kreis Saarlouis. Weniger Geburten, mehr Hochzeiten, mehr Kirchenaustritte: Statistik-Schlaglichter eines Standesamtes. Man erfährt auch: 2018 bekam fast jedes zweite Baby mehr als einen Vornamen. Von Oliver Morguet

Mia und Noah waren 2018 die beliebtesten Vornamen im Landkreis Saarlouis. Belegte Mia schon 2017 zusammen mit Marie den Spitzenplatz, schaffte es Noah erstmals auf Rang eins der Hitliste. Während Mia bei den Mädchen in der Gunst der jungen Eltern deutlich vorne war und das Rennen mit 28 Nennungen vor Marie (18) und Emilia (17) klar für sich entschied, ging es bei den Jungen wesentlich enger zu: Noah eroberte hier mit 16 Nennungen knapp die Spitzenposition vor Ben (15) sowie Felix, Leon, Moritz und Paul (je 14). Diese Zahlen legte das Saarlouiser Standesamt jetzt auf Anfrage der Saarbrücker Zeitung vor.


Noah hatte 2017 mit nur 13 Nennungen noch Rang elf belegt. Shooting-Star bei den Jungs ist Moritz, der im vergangenen Jahr überhaupt nicht unter den Top 30 vertreten war und sich 2018 auf Rang drei katapultierte. Erstmals tauchen in der Rangliste der beliebtesten 30 Vornamen auch Niklas, Julian, Jannis und Ali auf. Neu in der Hitliste der beliebtesten Vornamen für Mädchen sind Frieda, mit zehn Nennungen auf Anhieb auf Platz zehn, außerdem Matilda, Alessia, Klara, Lara, Marlene, Mira und Viktoria.

Insgesamt kamen 2018 in Saarlouis 1881 Kinder auf die Welt, das sind 72 weniger als 2017. 1258 Eltern beließen es bei einem Vornamen, 572 Mädchen und Jungen erhielten zwei Vornamen, bei 46 Babys waren es drei und bei fünf sogar mehr als drei Vornamen. Kinder mit mehr als einem Vornamen können ihren Rufnamen seit einigen Jahren selbst wählen.



„Für alle Älteren, bei denen noch ein Rufname durch Unterstreichen in den Urkunden eingetragen ist, besteht seit 1. November vergangenen Jahres die Möglichkeit der Neusortierung“, erläutert der Leiter des Saarlouiser Standesamtes, Thomas Wirth: „Davon haben seither etliche Saarlouiser Gebrauch gemacht, vor allem Menschen mit einem Doppel-Vornamen, von dem sie aber nur einen Vornamen benutzt haben.“

„Bei rund 30 Prozent der 1881 Kinder, die 2018 in Saarlouis zur Welt kamen, waren die Eltern nicht verheiratet“, berichtet Wirth weiter: „2017 waren es nur 23 Prozent, die Tendenz ist hier also klar steigend.“ Einen Grund dafür sieht der Saarlouiser Standesbeamte darin, dass Kinder nicht verheirateter Eltern den Kindern von Ehepaaren durch Vaterschaftsanerkennung und Sorgerechtserklärung gleichgestellt sind. Einzig ein gemeinsamer Familienname sei nicht möglich. Die Babys unverheirateter Paare können wahlweise den Familiennamen des Vaters oder den der Mutter erhalten.

Deutlich gestiegen ist die Anzahl der vom Saarlouiser Standesamt beurkundeten Sterbefälle: von 833 im Jahr 2017 auf 934 im Jahr 2018. Wirth führt dies unter anderem auf die Schließung des Dillinger Krankenhauses zurück. Etwa ein Drittel der Verstorbenen waren Saarlouiser, zwei Drittel haben zu Lebzeiten woanders gewohnt.

Gestiegen ist auch die Zahl der Eheschließungen. Laut Wirth haben sich im vergangenen Jahr 225 Paare auf dem Saarlouiser Standesamt zur Trauung angemeldet, tatsächlich wurden 177 Ehen geschlossen. „Die übrigen haben dann entweder nicht in Saarlouis geheiratet oder heiraten erst 2019. Von den 177 Paaren entscheiden sich nur 47 für getrennte Namenführung (beide behalten ihren Familiennamen), 130 Paare führen einen gemeinsamen Familien, 122 wählten dazu den Familiennamen des Mannes und nur acht den der Frau. Zehn Frauen und nur ein Mann machten von der Möglichkeit Gebrauch, einen Doppelnamen zu führen.

Nur sechs gleichgeschlechtliche Paare haben sich 2018 auf dem Saarlouiser Standesamt das Ja-Wort gegeben. Aber 13 Paare, die vorher in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft gelebt haben, haben diese in eine offizielle Ehe umgewandelt.

Immer mehr Saarlouiser treten aus der Kirche aus: 199 Kirchenaustritten in 2017 stehen 278 in 2018 gegenüber. Das ist ein Plus von knapp 40 Prozent. Den Austritt muss jeder Bürger einzeln für sich erklären. Jugendliche ab 14 Jahren können darüber selbst entscheiden, bei Jüngeren müssen die Eltern die Erklärung abgeben.