Der Zirkus braucht dringend Hilfe

Der Zirkus braucht dringend Hilfe

Saarlouis. Der Circus Atlas braucht dringend Hilfe: Eigentlich wollte der Zirkus nach seinem Gastspiel in Saarlouis spätestens Anfang Oktober weiterziehen und ein Winterquartier suchen, doch dann kam ein Todesfall dazwischen. Ende Oktober verstarb das kranke Familienoberhaupt in einem Saarlouiser Altenheim

Saarlouis. Der Circus Atlas braucht dringend Hilfe: Eigentlich wollte der Zirkus nach seinem Gastspiel in Saarlouis spätestens Anfang Oktober weiterziehen und ein Winterquartier suchen, doch dann kam ein Todesfall dazwischen. Ende Oktober verstarb das kranke Familienoberhaupt in einem Saarlouiser Altenheim."Als mein Vater gestorben ist, wussten wir erstmal nicht, was wir jetzt machen sollten, er hat sich vorher um alles gekümmert", erzählt Miguel Frank, der nun den Zirkus mit seinen Brüdern leitet.

Der mittelgroße Zirkus steht zurzeit zwar - streng genommen - unberechtigt auf der Wiese in den Fliesen; aber die Stadt verzichtete angesichts der Umstände auf eine Räumungsklage, berichtet der Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Saarlouis, Richard Falk. "Sie bemühen sich ja intensiv, eine Bleibe zu finden. Das ist nicht so einfach." Zudem wird das Gelände zurzeit auch nicht gebraucht. Dort steht sonst zwar der Weihnachtsbaumverkauf, diesem hat die Stadt aber in diesem Jahr das Nachbargelände zugewiesen.

Tiere stehen im Trockenen

In den Fliesen hätte der Zirkus wohl auch zunächst bleiben können. Nun ist aber durch die starken Regenfälle das Gelände völlig überschwemmt, und der starke Wind in den vergangenen Tagen macht den Zelten und Wohnwagen der Artisten zusätzlich Schwierigkeiten.

Der Circus Atlas sucht nun ganz dringend ein Winterquartier für etwa 2,5 Monate - saarlandweit. Das kann ein Fabrikgelände oder ein Schotterplatz sein, mit einem Gebäude oder einer Halle für die Tiere und die Artisten, etwa 100 Quadratmeter groß. "Das können auch alte Gebäude sein, die vielleicht bald abgerissen werden", sagt Frank. Dann könnten die Artisten auch eine Manege zum Üben aufbauen und ihre Fahrzeuge in Ordnung bringen.

"Unsere Tiere, die Pferde, Dromedare, Zebras, haben wir im Moment im Trockenen stehen, aber die Wohnwagen versinken im Matsch", berichtet Frank. Fünf Familien, insgesamt 26 Personen mit Kindern, gehören dem Zirkus an.

"Wir wollten hier in der Nähe bleiben, weil wir unseren Vater nicht allein lassen wollten. Unsere Familie bleibt immer zusammen. Das war vielleicht ein Fehler, denn jetzt haben wir kein Winterquartier und keine Auftritte." Schon im vorigen Jahr hatte der Zirkus Schwierigkeiten, eine Bleibe zu finden und kam schließlich auf dem Cristallerie-Gelände in Wadgassen unter. Dort wird jetzt aber gebaut. Der Zirkus ist auch nicht zum ersten Mal in Saarlouis. "Aber wir haben nie schlechte Erfahrungen gemacht", beteuert Ordnungsamtsleiter Falk.

Der Circus Atlas bittet in seiner schwierigen Lage nun auch die Bevölkerung um Unterstützung: Die Familien sind dringend angewiesen auf Heizöl und Propangas, um die Zelte und Wohnwagen zu heizen. Außerdem wird auch Futter benötigt, Heuballen und trockenes Brot. Dieses kann auf dem Zirkusgelände abgegeben oder auch abgeholt werden. Ein Landwirt aus Schwemlingen und ein Futterhändler aus Saarlouis unterstützen den Zirkus bereits, aber das genügt leider nicht.

Kleine Auftritte

Ein Hinweis ist Frank noch ganz wichtig: "Uns wurde schon mehrmals gemeldet, dass Betrüger unterwegs sind, die im Namen des Circus Atlas von Haus zu Haus gehen und Geldspenden sammeln. Ganz wichtig: Wir sind keine Hausierer und wir betteln auch nicht an Haustüren um Geld! Mit diesen Betrügern haben wir nichts zu tun. Wer uns helfen möchte, kann sich gerne bei uns melden." Der Zirkus nimmt auch gerne Angebote für kleine Auftritte auf Weihnachtsmärkten oder Kindergeburtstagen an.

Kontakt: Miguel Frank, Circus Atlas, Telefon (01 78) 8 45 94 01.