Der Wecker geht auf den Wecker

Zeitumstellung am Sonntag. Das wird dann wohl die Feuertaufe für meinen neuen Wecker. Der sollte sich dank moderner Funktechnik eigentlich alleine auf die Winterzeit einstellen. Ich sage eigentlich, da mein Vertrauen in Wecker gerade etwas getrübt ist.Der treue Begleiter auf dem Nachttisch gab in der vergangenen Woche seinen Dienst auf.

Nach all den Jahren sei es ihm verziehen. Ein neuer musste her. Fast das Ebenbild vom alten. Doch was ebenfalls als längjährige Beziehung gedacht war, endete als kurzes Intermezzo.

Wir passten definitiv nicht zueinander - der Neue und ich. Während der alte Wecker mir nach dem ersten Klingeln noch ein paar Minuten unter der Bettdecke gönnte, ehe er mich zum Aufstehen ermahnte, war der neue in dieser Hinsicht sehr unsensibel. Er klingelte einmal. Das war's. Ich war sauer. Erkannte dann aber, dass es einen Kommunikationsfehler zwischen uns gegeben hatte. Die Snooze-Funktion musste extra eingestellt werden. Der alte hatte das automatisch drauf. Nun gut, auch ein Wecker hat eine zweite Chance verdient.

Und siehe da, am nächsten Morgen lief alles glatt. Nur sehr streng war er, der Herr Wecker. Nach dreimaliger Aufsteherinnerung und genüsslichem Umdrehen im Bett war Schluss. Kein erneutes sanftes Klingeln. Stattdessen beleidigtes Schweigen. Na fein!

Das Ende kam an Tag vier: Wie gewohnt, erinnerte der Wecker drei Mal ans Aufstehen. Dann plötzlich leuchtete er in grellem Neon-Blau auf, ließ die Zeitangabe vom Display verschwinden und schwieg. Dabei blieb er. Hatte so mir nichts, dir nichts den Job gewechselt. Vom Wecker zur Neon-Leuchtkugel. Na, bitte!

Augenblicklich musste er seinen Platz auf dem Nachttisch räumen. Der war für einen reserviert, der seine Aufgaben ernst nimmt. Gekauft wurde der noch am gleichen Tag. Kleiner ist er und nicht ganz so schick, aber hoffentlich besitzt er mehr Durchhaltevermögen. Mit diesem noch fremden Digitalwecker starte ich nun direkt in eine neue Zeit. Hoffentlich der Beginn einer harmonischen Beziehung.