Top-Turnier im Beach-Tennis Der Kleine Markt wird zum großen Sandkasten

Saarlouis · Nicht in Brasilien, nicht in Italien und nicht in Spanien. Eines der weltweiten Top-Turniere im Beach-Tennis findet Ende August mitten in Saarlouis statt.

 Es wird nicht gebuddelt, sondern es geht sportlich zu.

Es wird nicht gebuddelt, sondern es geht sportlich zu.

Foto: picture alliance / dpa/Ingo Wagner

400 Tonnen Sand werden angekarrt, Dutzende von Liegestühlen aufgestellt, ein Center Court mit 600 Sitzplätzen errichtet: Der Kleine Markt in Saarlouis wird vom 24. bis 27. August zum großen Sandkasten. Bei den ITF Beach-Tennis-Open Saarlouis schlagen einige der besten Spieler der Welt auf und kämpfen um Ranglistenpunkte. Parallel dazu werden die deutschen Meister gesucht.

Organisator der viertägigen Beach-Party ist die Münchner Event-Agentur Plan B, die in den vergangenen Jahren bereits in St. Wendel mehrere Veranstaltungen wie den Hindernislauf "Heroes-Challenge" und den Geländelauf "Keep on running" durchgeführt hat. Geschäftsführer Christian Stephan, früher - wie er sagt - Tennisspieler mit durchschnittlichen Erfolgserlebnissen, ist mittlerweile selbst ein großer Beach-Tennis-Fan. "Die Sportart kommt aus Italien und ist dort wahnsinnig beliebt", erzählt er. "In Ravenna gibt es einen Strandabschnitt mit 1000 Spielfeldern - und die sind abends voll."

So einen schönen Strand hat Saarlouis zwar nicht zu bieten, dennoch ist Stephan begeistert: "Der Kleine Markt ist als Location optimal." Auch Innenminister Klaus Bouillon schwärmte bei der Vorstellung der Veranstaltung am Donnerstag im Saarlouiser Rathaus: "Es ist ein Privileg für das Saarland, Gastgeber dieser Kick-off-Veranstaltung von ,Deutschland spielt Beach-Tennis' zu sein. Sie stellt nicht nur einen großen Werbe- und Imagefaktor für Stadt und Land dar, es kommen auch viele Gäste."

Bouillon glaubt, dass Beach-Tennis in den nächsten Jahren eine der Boom-Sportarten wird. "Ich kann mir durchaus vorstellen, dass das so ähnlich läuft wie beim Beachvolleyball. Es gibt ja auch bereits Bestrebungen, dass Beach-Tennis olympisch wird", sagt Bouillon. Was ihm an der Sportart gefällt: "Die Regeln sind einfach. Man holt einfach den Schläger in die Hand - und jeder kann mitmachen."

Sofern es genug Sand gibt. Und dazu wird die Stadt rund 400 Tonnen an den Kleinen Markt karren lassen. Rund 50 Seiten umfasst das Pflichtenheft der ITF, das die Veranstalter abzuarbeiten haben.

Laut Organisator Stephan gehört das Saarlouiser Turnier zur Top-Kategorie weltweit, es geht um ein Preisgeld von 15 000 Dollar. "Wir können daher davon ausgehen, dass sehr viele gute Spieler kommen werden", sagt der Organisator. Bei den Männern wird in einem 32er Teilnehmer-Feld gespielt, bei den Frauen in einem 16er Feld. Bei den parallel stattfindenden deutschen Meisterschaften sind die Felder genau so groß.

Doch es geht nicht nur um Punkte, Prämien und Pokal. Die Zuschauer dürfen auch selbst mitspielen. Nach den offiziellen Partien stehen die Plätze abends allen Interessierten offen. Zudem gibt es die Möglichkeit, am Donnerstag im Vorfeld der Veranstaltung mit der derzeitigen deutschen Nummer eins, den Brüdern Benjamin und Manuel Ringlstetter zu trainieren. Bereits ab 9 Uhr gibt es ein spezielles Training für Kinder. Und beim Amateur-Cup d können sich Sportler aus anderen Disziplinen und Freizeitspieler messen.

Die ganze Veranstaltung soll übrigens keine Eintagsfliege bleiben. Bouillon grinst: "Wir machen das St. Wendeler Modell: Im ersten Jahr die deutsche Meisterschaft, im zweiten Jahr die EM und im dritten Jahr die WM."

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Was ist eigentlich Beach-Tennis? "Beach-Tennis ist die derzeit am stärksten wachsende Sportart weltweit", sagt die ITF, die Internationale Tennis-Federation, die gleichzeitig Weltdachverband im Beach-Tennis ist. Grob gesagt ist Beach-Tennis eine Mischung aus Tennis, Beachvolleyball und Badminton. Gespielt wird in Zweier-Teams mit besonderen Schlägern. Die Regeln sind weitgehend dem Tennis entnommen, die Beinarbeit - und die Atmosphäre - ähneln der beim Beachvolleyball. Die Reaktionsfähigkeit kommt der beim Badminton gleich. Gespielt wird auf einem 16 mal acht Meter großen Feld bei einer Netzhöhe von 1,7 Metern. Die Schläger sind aus Kunststoff und haben keine Bespannung, die Bälle sind weicher als beim Tennis.

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