Demenz „Berührend, aber nicht erschreckend“

David Sievekings preisgekrönter Film „Vergiss mein nicht“ ist am Mittwoch im Demenzverein zu sehen.

 Erik Leiner

Erik Leiner

Foto: Demenzverein

Herr Leiner, 2019 ist im Saarland das Jahr der Demenz mit vielen Veranstaltungen. Kommt die Enttabuisierung des Themas Demenz voran?

Leiner Im Saarland geht das auf jeden Fall voran. Der Landtag hat die Landesregierung zu diesem Jahr der Demenz aufgefordert. Das rückt das Thema noch einmal in den Fokus. Es gibt teilweise sehr gut besuchte Mitmachaktionen, alle Kommunen machen mit, zum Beispiel haben sich 36 Kommunen an der „Vergiss-mein-nicht“-Pflanzaktion beteiligt.

Merken Sie in ihren Beratungen in der Villa Barbara einen Unterschied zu, sagen wir, vor fünf Jahren?

Leiner Ja. Natürlich kommen da oft Angehörige, nachdem die Diagnose noch ganz neu ist, und die erstmal überhaupt nicht weiter wissen. Aber gleichzeitig ist der Anteil von Ratsuchenden deutlich gestiegen, die schon ganz gut informiert sind. Was nur zeigt: Wir dürfen nicht nachlassen, das Thema Demenz in den Fokus zu rücken. Das gilt vor allem für die ländlichen Gebiete. In Städten wir Saarlouis ist der Anteil besser über Demenz Informierter höher.

Teil des Jahres der Demenz ist der so genannte Demenzplan 2.0. Wird es dort Neues geben?

Leiner Es ist die Fortschreibung des ersten Planes. In diesem Rahmen wurden zum Beispiel vier Workshops durchgeführt. Ein Schwerpunkt wird sein, Kommunen demenzfreundlich zu gestalten. Unser Landkreis ist da schon ziemlich weit. Generell aber sollen die Kommunen bei dem Thema noch stärker ins Boot genommen werden.

Der September ist Monat der Demenz. Sie zeigen dazu einen Film. Warum „Vergiss mein nicht“?

Leiner Wir haben den Film vor ein paar Jahren schon einmal gezeigt. Mich hat beeindruckt, wie der Regisseur David Sieveking die Krankheit bei seiner eigenen Mutter schildert, wie er sie aus der Perspektive des Sohnes erlebt hat. Wie sich das auf die ganze Familie auswirkt, übrigens nicht bloß negativ, es gibt ganz neue Entwicklungen. Und er zeigt das in einer Art, die berührt, aber nicht erschreckt. Überhaupt nicht.

Wer soll sich den Film anschauen?

Leiner Im Prinzip alle. Es kann ja jede Familie treffen. Ich kann „Vergiss mein nicht“ jedem empfehlen, nicht bloß Angehörigen und Experten – eben weil er keine Angst macht.

Der Regisseur kommt auch?

Leiner Ja. David Sieveking hat zugesagt. Er wird mit dem Publikum reden, Fragen beantworten, Eindrücke austauschen.

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