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Demenzcafes
Kleine Auszeit für Patienten und Angehörige

 Marita Glöckner (rechts) leitet das DRK-Demenzcafé in Schmelz und wird unterstützt von Projektleiterin Anke Even.
Marita Glöckner (rechts) leitet das DRK-Demenzcafé in Schmelz und wird unterstützt von Projektleiterin Anke Even. FOTO: Lorig
Kreis Saarlouis/Kreis Merzig-Wadern. „Vergissmeinnicht“ ist durchaus doppeldeutig, denn die Cafés sollen auch helfen, die Angehörigen nicht zu vergessen. Von Dieter Lorig

Seit einigen Jahren betreiben die DRK-Kreisverbände Saarlouis und Merzig-Wadern in Schmelz, Saarwellingen, Differten und Düppenweiler Demenzcafés. Im Gespräch erläutert Projektleiterin Anke Even das Konzept der DRK-Demenzcafés Vergissmeinnicht und spricht über ihre Erfahrungen.


Warum heißen die Demenzcafés beim DRK „Vergissmeinnicht“?

Anke Even Eine Demenzerkrankung führt meist dazu, dass die Patienten keine Erinnerung mehr an ihr bisheriges Leben haben und auch zunehmend ihre Identität vergessen. Und wegen der hohen körperlichen und seelischen Belastung für pflegende Angehörige sollten auch diese nicht vergessen werden, deshalb der Name Vergissmeinnicht.



Was bezweckt das DRK mit den Demenzcafés?

Even Immer mehr Menschen erkranken an Demenz und müssen deshalb betreut werden. Wir bieten Angehörigen, die zu Hause demenzkranke Menschen betreuen, an, sie bei der oft äußerst anstrengenden Pflege ein wenig zu entlasten.

Warum ist es wichtig, dass pflegende Angehörige kleine Auszeiten nehmen?

Even Eine Betreuung während des kompletten Tages bringt die Belastbarkeit der pflegenden Angehörigen an ihre körperlichen und seelischen Grenzen. Deshalb sollten sie rechtzeitig Hilfe in Anspruch nehmen, um sich regelmäßige Auszeiten zu verschaffen.

Welche Angebote gibt es in den DRK-Demenzcafés?

Even Wir bieten dem an Demenz erkrankten Menschen ein abwechslungsreiches und auf seine individuell vorhandenen Fähigkeiten abgestimmtes Betreuungsangebot. Dabei sind uns Kompetenz, Einfühlsamkeit und eine wertschätzende Betreuung sowie Begleitung der Kranken besonders wichtig. Im Rahmen der Betreuungsangebote besteht die Möglichkeit zum Singen von Volksliedern, Vortragen von Gedichten und Erzählen von Geschichten aus der guten alten Zeit.

Was kommt bei den Demenzkranken besonders gut an?

Even Sehr gut gefällt unseren Gästen, gemeinsam Lieder aus vergangenen Tagen zu singen. Zudem motivieren wir unsere Gäste, über Erinnerungen aus ihrem Leben zu erzählen.

Wie finanzieren sich die Demenzcafés?

Even Der Besuch eines DRK-Cafés Vergissmeinnicht kostet den Gast inklusive Betreuung, Kaffee und Kuchen acht Euro pro Stunde. Unter bestimmten Voraussetzungen übernimmt die Pflegekasse diese Kosten.

Wie ist die Resonanz auf das Betreuungsangebot, und welche Erfahrungen haben Sie damit bisher gemacht?

Even Sehr positive, die Entlastungsangebote werden gut angenommen, und die Angehörigen sind für jede Unterstützung dankbar. Durch Rück­meldungen wissen wir, dass sich die Demenzerkrankten aber auch deren Angehörige bei uns gut aufgehoben fühlen. Das liegt vor allem an unseren ehrenamtlichen Helfern, die ihre Arbeit mit viel Herz und Verstand umsetzen.

Welche ergänzenden Entlastungsangebote bietet das DRK?

Even Unser Angebot umfasst auch eine stundenweise Entlastung in Gruppen oder Einzelbetreuung zu Hause. Zudem bieten wir Gesprächskreise für pflegende Angehörige, eine kostenlose Beratung rund um das Thema Pflege und Betreuung sowie spezielle Schulungen für Angehörige.

Drei Demenzcafés der DRK-Kreisverbände gibt es in den Landkreisen Saarlouis und Merzig-Wadern, alle mit dem Namen „Vergissmeinnicht“. Kontakt und weitere Informationen: Schmelz, Telefon (0 68 87) 67 63, Saarwellingen, Telefon (0 68 38) 35 30, Differten, Telefon (0 68 34) 60 71, Düppenweiler, Telefon (0 68 32) 6 96 90 38, und bei der Projektleiterin Anke Even, Telefon (0 68 31) 4 21 52.