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Delegiertenversammlung
IG Metall: So viele Mitglieder wie nie

Gute Stimmung bei den IG-Metallern (von links): Guido Lesch, Reinhold Wirtz und der neue Gewerkschaftssekretär Markus Andler.
Gute Stimmung bei den IG-Metallern (von links): Guido Lesch, Reinhold Wirtz und der neue Gewerkschaftssekretär Markus Andler. FOTO: Andreas Engel
Fraulautern. Mit aus Sicht der Geschäftsstelle der IG Metall Völklingen positiven Nachrichten meldete sich Robert Hiry, Erster Bevollmächtigter, aus der Sommerpause bei der elften Delegiertenversammlung im Vereinshaus Fraulautern zurück. Von Andreas Engel

Die dreimonatigen Betriebsratswahlen entschieden die Metaller eindeutig für sich. 95 Prozent aller Mandate in 51 Wahlbetrieben fielen auf Vertreter der IG-Metall. Besonders freute sich Hiry über den gestiegenen Anteil von Frauen. Unter den 369 Betriebsräten, die die IG-Metall stellt, sind 58 Frauen. Zufrieden äußerte sich Hiry auch über die Mitgliederentwicklung im Bereich der Geschäftsstelle Völklingen. Mit 29  053 Mitgliedern sei die IG Metall Völklingen so stark wie seit 27 Jahren nicht mehr. Viel Lob erntete der IG-Metall-Nachwuchs, der unter der Federführung von Timo Ahr, Vorsitzender des Ortsjugend-Ausschusses, mit großem Einsatz unter den neuen 286 Auszubildenden im Bereich der Geschäftsstelle Völklingen innerhalb kurzer Zeit 157 Mitglieder für die IG Metall gewinnen konnte – 55 Prozent.


Positives gab es auch von den jüngsten Tarifverhandlungen zu vermelden. 4,3 Prozent mehr Geld gibt es ab April 2019. Und auch das neue Arbeitszeitmodell der verkürzten Vollzeit sei durchgesetzt worden, sagte Hiry.

In seinem ausführlichen Geschäftsbericht wies der Gewerkschaftschef ferner auf den nationalen Stahlgipfel am 22. Oktober in Saarbrücken hin. Auf diesem Gipfel hoffe man, dass sich „die Politik“ zum Beispiel um den für die deutsche Stahlindstrie so gefährlichen Dumpingstahl aus China kümmert.



Breiten Raum nahmen in den Reden von Hiry und seinem neuen Stellvertreter Lars Desgranges die Vorkommnisse in Ostdeutschland und der rechtspopulistische Trend in Deutschland ein. Beide Gewerkschafter sprachen sich unter tosendem Beifall vehement gegen Rassismus, Nationalismus und Faschismus aus.

Trotz aller Erfolge stehe die IG Metall vor großen Herausforderungen, mahnte Lars Desgranges. „Man könnte sagen, im Saarland brennt es nahezu an allen Ecken.“ Er nannte die Dieselaffäre mit ihren Auswirkungen auf die Automobilindustrie auch an der Saar, die Probleme bei der Neuen Halberg Guss. Bei Ford Saarlouis deuteten sich nach Meinung von Desgranges neue Probleme an. Der Mutterkonzern in den USA fordere mehr Umsatzrendite, und wenn die nicht erreicht werde, werde nichts mehr investiert. Mögliche Betroffene im Saarland: 24  000.