Das Unerhörte erlebbar machen

Für einen festlichen Abend im Zeichen der Barockmusik im Theater am Ring kommt das Kurpfälzische Kammerorchester unter Markus Korselt nach Saarlouis. Es werden in dem Konzert einige der schönsten und bekanntesten Melodien italienischer Meister interpretiert. Als Solist spielt Trompeter Miroslav Petkov.

Herr Korselt, Sie sind ausgebildeter Cellist und Dirigent. Was gefällt Ihnen am Dirigieren besser?

Korselt: Es ist leichter, anderen zu sagen, wie es richtig geht, als es selber tun zu müssen. Nein, im Ernst: Als Dirigent versuche ich, das Werk und die Absicht des Komponisten zu verstehen und sie in Beziehung zu unseren Gefühlen im 21. Jahrhundert zu bringen. Wir werden ja wunderschöne Musik spielen, die über 200 Jahre alt ist. Damit das kein "Museumsbesuch" wird, habe ich viel Detailarbeit in den Proben geleistet und aufgrund des Quellenstudiums die Möglichkeit, das Revolutionäre dieser Musik zu ihrer Entstehungszeit, für uns erlebbar zu machen.

Sie sind ein erklärter Anhänger der Historischen Aufführungspraxis . Was sind die Gründe dafür?

Korselt: Wir alle kennen das Phänomen: Zu einem gemütlichen Sonntagsbrunch hört man gerne Musik, am besten etwas Schönes, Harmloses. Häufig ist das schlecht gespielte Barockmusik. Damit legt sich eine kitschige Verharmlosung über eine Musik, die zu ihrer Zeit die Menschen zum Weinen, zum Lachen gebracht hat, sie geängstigt und begeistert hat mit kühnen Harmonien und waghalsigen Improvisationen, wie wir sie Hunderte Jahre später im Jazz finden. In der Historischen Aufführungspraxis versuchen wir, durch die Rückbesinnung auf vergessene Spieltechniken und kunstvolle Verzierungen, das Unerhörte dieser Musik wieder erlebbar zu machen.

Was können Sie uns zu Miroslav Petkov sagen, der für das Konzert engagiert wurde?

Korselt: Miroslav ist eine Ausnahme-Begabung. Er ist Solo-Trompeter in einem der besten Orchester der Welt, im Concertgebouw Orchester Amsterdam. Außerdem kann er sowohl Klassik wie auch Jazz - für unser Konzert eine große Hilfe. Nur so kann er die barocken Verzierungen perfekt improvisieren.

Wie sieht das Programm am 29. November aus?

Korselt: Es ist ein Programm von erlesener Schönheit der Melodien und Harmonien. Berühmte Komponisten wie Händel und Vivaldi sind zu hören, aber auch der Revoluzzer unter den Barockkomponisten, Francesco Geminiani , der auf Konventionen pfiff und mit spannenden Harmonien überrascht. Dazu ist es ein virtuoses Programm, das das Orchester mit seiner ganzen Brillanz fordert und die Zuhörer beschwingt und beseelt nach Hause entlassen wird.

Eintritt: 27 /25/ 22 Euro, ermäßigt 21/19 /16 Euro Kartenverkauf bei Pieper Bücher (Großer Markt, Saarlouis), im Plattenladen Phonac (Galerie Kleiner Markt), im Globus Handelshof Saarlouis (Dieselstraße), in der Geschäftsstelle des Wochenspiegels (Kaiser-Friedrich-Ring 4) sowie in allen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen.

Zum Thema:

Auf einen Blick Programm: Georg Friedrich Händel : Concerto Grosso op. 6 Nr. 1; Alessandro Marcello: Concerto d-Moll für Trompete; Francesco Geminiani : Concerto Grosso Op. 12 d-Moll ; Pause; Antonio Vivaldi : Sinfonia G-Dur RV 149; Giuseppe Tartini: Concerto in D-Dur für Trompete und Orchester ; Vaughan Williams: Concerto Grosso für Streichorchester. red