Das Einpacken ist das Schwierigste

Das Einpacken ist das Schwierigste

Merzig. Zuerst die linke untere Ecke des Papiers nehmen. Dann die obere dabeimachen. Auf der anderen Seite das Ganze in grün. Und dann die Seiten unter den Burger klappen. Es kommt mir vor wie eine eigene Wissenschaft, einen Cheeseburger einzupacken. "Gar nicht mal so schlecht, das kommt mit der Zeit", tröstet mich Distriktleiterin Stefanie Recktenwald

Merzig. Zuerst die linke untere Ecke des Papiers nehmen. Dann die obere dabeimachen. Auf der anderen Seite das Ganze in grün. Und dann die Seiten unter den Burger klappen. Es kommt mir vor wie eine eigene Wissenschaft, einen Cheeseburger einzupacken. "Gar nicht mal so schlecht, das kommt mit der Zeit", tröstet mich Distriktleiterin Stefanie Recktenwald. "Es ist fast immer so, dass Männer dafür länger brauchen. Frauen können das nach zwei, Männer nach vier Wochen", sagt sie. Bei mir wären's wohl eher vier Monate. Frauen haben also auch dabei die geschickteren Hände, denke ich so bei mir.Arbeitskleidung anlegen Wir sind im Saarlouiser Burger King am Kleinen Markt. Hier werden derzeit die neuen Mitarbeiter, die im Merziger Burger King, das am 12. März öffnen soll, angelernt. Und für eine Stunde auch ich. Zuerst gibt es ein Sweat-Shirt, eine Hose, Mütze sowie eine Schürze zum Umziehen. Letztere ziehe ich erst mal verkehrt herum an, was zu Gelächter beim übrigen Personal führt. Dann Händewaschen und Desinfizieren. Recktenwald zeigt mir die Ausstattung in der kleinen und sauberen Küche. Viel Technik ist zu sehen. Auf einem Bildschirm oben sehen die Mitarbeiter die aktuellen Bestellungen.Warm ist es hier in der Küche. "Im Sommer kann es schon mal 40 Grad werden", sagt Restaurantleiter Markus Halter. Weiter geht's zum Automaten, der die Brötchen röstet. Und zum "Broiler". Nein, kein Brathähnchen aus der ehemaligen DDR, sondern der Fleischgriller. "Zwei Minuten ist das Fleisch hier drin", sagt die Distriktleiterin. Und danach kommt es in Wärmeboxen. Dann zeigt sie mir, wie man einen Cheeseburger macht. Die Brötchen sind dabei schon geschnitten. Untere Brötchenhälfte hin legen, Fleisch drauf, Käse, zwei Gurkenscheiben. Sowie sieben Gramm Ketchup und drei Gramm Senf. Letzteres wird spiralförmig von außen nach innen über dem Brötchen verteilt. Jetzt versuche ich es selber. Gar nicht mal so schwer. Nur etwas langsam bin ich wohl noch. Fast Food (schnelles Essen) ist anders. Das geht bei den anderen deutlich flinker. Übung macht auch hier den Meister. Dann aber kommt das erwähnte Einpacken. Und am Ende darf ich den selbst gemachten Burger auch probieren. Das Urteil: Vielleicht hätte ich doch ein wenig mehr Ketchup nehmen sollen. Trotzdem: Der Cheeseburger ist mit den Pommes und dem Chicken-Nugget-Burger der Renner bei den Leuten. Vielleicht würde sich das ja ändern, wenn ich die ein paar Tage machen würde, überlege ich.Weiter als der SZ-Reporter sind da schon die Kollegen, die zukünftig in Merzig die Burger braten sollen. Barbara Weber aus Siersburg, gelernte Restaurantfachfrau, möchte später gerne ins Management der Systemgastronomie. Sie ist an ihrem zweiten Probetag vollauf zufrieden. "Super, es wird gut erklärt, alle sind freundlich", meint Weber. Auch Gabriela Lupean hätte sich alles komplizierter vorgestellt. Sie ist seit einer Stunde da und das Lampenfieber scheint verflogen.Neben ihr an der Kasse steht Manuela Maquinghen aus Merzig. Sie kommt wie viele Kollegen aus der Gastronomie. Auch Maquinghen freut sich auf ihren Job. "Für mich ist es heute meine sechste Schicht, ich hätte es mir stressiger vorgestellt." Dann ist Feierabend für den SZ-Reporter. Und - ganz offengestanden - so ohne Schürze fühle ich mich doch schon wohler ruhjt

HintergrundDie Burger-King-Filiale in Merzig auf dem Parkplatz des Kaufland soll am Donnerstag, 12. März, um 8 Uhr morgens öffnen. Geplante Öffnungszeiten sind Sonntag bis Donnerstag von 7 bis 3 Uhr morgens, Freitag und Samstag von 7 bis 5 Uhr. Die Zeiten können sich je nach Kundenfrequenz noch ändern. Rund 40 Jobs (überwiegend Vollzeit) entstehen in der Filiale. Restaurantleiter ist Markus Halter, der auch die Filiale in Saarlouis betreibt. "Wir haben 70 Plätze innen und 40 außen", sagt Halter.Merzig ist der neunte Burger King im Saarland und die sechste Filiale von Lizenznehmer Guido Seitz. Mit Erdarbeiten dauerten die Bauarbeiten des neuen Restaurantgebäudes gerade mal sechs Wochen, Grund dafür ist die Bauweise mit Fertigteilen. raps