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Das „Chaos“ ist in Ordnung

Saarlouis. Wenn alle Fahrgeschäfte auf dem Saarlouiser Ostermarkt aufgebaut sind, macht Arno Modert die Runde und schaut nach, ob alles in Ordnung ist. Wenn das der Fall ist, gibt's einen Aufkleber. Falls nicht, nicht. Marc Prams

Mit Blick fürs Detail nimmt Arno Modert die "fliegenden Bauten" ins Visier. Überprüft Schrauben, zieht an Bolzen, kontrolliert, ob Geländer keine scharfen Kanten haben, tritt gegen Holzblöcke, die als Stützen für Treppenaufstiege dienen, und kniet sich auf den Boden, um einen Blick unter die Bauten zu werfen.

Seit 1993 macht der Leiter der Unteren Bauaufsicht (UBA) das so, wenn direkt vor seinem Büro "fliegende Bauten" auf dem Großen Markt für Kirmestreiben sorgen. Denn "fliegende Bauten" ist Amtsdeutsch für Karusselle oder auch Fahrgeschäfte. "Wir können nur das Augenscheinliche überprüfen", sagt Modert, "technische Dinge übernimmt der Tüv."

Der Tüv-Bericht, und das hat Modert sehr wohl im Auge, muss frei von Mängeln sein. Dieser ist auch Teil der so genannten Ausführungsgenehmigung - ein dicker Ordner voller Akten und Papiere -, die jeder Schausteller Arno Modert vorlegen muss. "Das ist vergleichbar mit der Betriebserlaubnis fürs Auto", sagt der 50-Jährige Saarlouiser.

Hat sich Arno Modert dann mit eigenen Augen davon überzeugt, dass rund um die Fahrgeschäfte alles in Ordnung ist, gibt's von ihm einen kleinen Aufkleber für die Schausteller, eine so genannte Ausführungsgenehmigung.

Er habe schon einiges gesehen in den vergangenen 22 Jahren: von abenteuerlichen Kabelkonstruktionen über morsche Holzstützen, rostige Stahlträger, fehlende Abdeckungen an Stromkästen, und, und, und. Aber: "Es ist erst einmal vorgekommen, dass wir keine Genehmigung erteilen konnten." In der Regel reiche es aus, die Betreiber auf Mängel hinzuweisen, damit diese behoben würden.

17 "fliegende Bauten" muss Modert auf dem diesjährigen Ostermarkt kontrollieren. Eine davon hat diesen Namen mehr als verdient, denn beim Karussell "Chaos " fliegen und wirbeln die Fahrgäste in der Tat durch die Luft. Betreiber Frank Spangenberger, in fünfter Generation Schausteller aus Saarlouis , kennt Modert schon lange, und er weiß die Kontrolle durch die UBA zu schätzen.

"Uns könnte ja auch mal ein Fehler unterlaufen, oder wir könnten etwas übersehen. Diese Kontrolle bietet zusätzliche Sicherheit", sagt Spangenberger. Jeder Schausteller müsse sich darüber im Klaren sein, dass auf seinen Fahrgeschäften Menschen befördert werden. "Wenn die UBA was beanstandet, muss das umgehend behoben werden. Ohne Wenn und Aber", betont Spangenberger, an dessen "Chaos " Modert nichts zu beanstanden hat.

Auch am Kinderkarussell von Arnold Roos ist alles in Ordnung. Und das, obwohl es schon unzählige Runden gedreht hat, seit es von Roos' Vater Heinrich 1969 gebaut wurde.

Wie alle Schausteller, die auf dem Großen Markt ihre Buden und Karusselle aufgebaut haben, freut sich auch Roos auf die kommenden Tage. Saarlouis , da sind sie sich einig, sei immer eine gute Kirmes mit vielen Besuchern. Wenn, ja wenn "das Wetter mitspielt", sagt Arnold Roos.