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„Das Band ist noch enger geworden“

„Das Band ist noch enger geworden“

Der Wechsel des Chefs des Landeskommandos Saarland gestern im Theater am Ring spiegelte die enger werdende Zusammenarbeit ziviler Behörden und der Bundeswehr. Das Landeskommando ist Ansprechpartner der Bundeswehr für Behörden.

Die Übergabe der Führung des Landeskommandos Saarland an einen Nachfolger ist mit seltensten Ausnahmen ein ziemlich grauer Routineakt. Zu den Ausnahmen zählte die Kommandoübergabe am Mittwochnachmittag von Oberst Reinhard Felsmann an Oberst Klaus Peter Schirra. Die ganze Geschichte dieser Kommandoübergabe ist eigentlich schon in diesem einen Satz erzählt: Die Musik zu dem militärischen Zeremoniell spielte das Landespolizeiorchester, das mit dem Steigerlied aufwartete. Das gab es noch nicht. Wer darin eine Botschaft suchte, hätte sie in einem Dreiklang finden können: Im Saarland rücken Bundeswehr , Polizei und Hilfsorganisationen deutlich enger zusammen.

Das Landeskommando ist nicht nur für diese zivil-militärische Zusammenarbeit (ZMZ) erster Ansprechpartner der Bundeswehr für die Behörden im Saarland. Aktive Soldaten und vor allem Reservisten arbeiten in Krisen- und Katastrophenfällen in Verbindungskommandos. Es gibt sie auf Landes- und Kreisebene. Sie beraten die Behörden zu den konkreten Hilfsmöglichkeiten der Bundeswehr . Abgesehen von einer Reservisten-Einheit mit 100 Mann verfügt das Landeskommando über keine eigenen Soldaten. Man hat zwar eine Truppenfahne, die wurde aber ohne Truppe ins Theater am Ring getragen.

Dort bestimmte der Dreiklang aus Saarland, Bundeswehr und Polizei (sowie zivilen Hilfsorganisationen) die lange Gästeliste: Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer , Landtagspräsident Klaus Meiser , Landräte, Bürgermeister. Die französische Generalkonsulin Catherine Robinet. Landespolizeichef Norbert Rupp , Stellvertreter Hugo Müller, der Leiter der PI Saarlouis , Christian Zimmer, der Leiter der Bundespolizei im Saarland, Peter Fuchs . Der Landesbrandinspekteur Timo Meyer, der Präsident des DRK im Saarland, Michael Burkert . Und natürlich die Bundeswehr mit Generälen, darunter der Kommandeur der Saarlandbrigade, General Dirk Faust. Der Landesvorsitzende der Reservisten, Clemens Schug.

Hintergrund zum einen: Militärs, Polizei , Hilfsdienste, Politik und Helfer hat die bundesweit als vorbildlich gelobte Zusammenarbeit im Flüchtlingsdrama offenkundig wirklich "noch enger zueinander gebracht. Jetzt weiß man, wie der andere denkt und handelt, wir sind uns näher gekommen", wie Felsmann formulierte. "Das Band ist unter Oberst Felsmann noch enger geworden", unterstrich Kramp-Karrenbauer. Was sich in einer enormen "Dichte politischer Mandatsträger" äußere, wunderte sich General Jürgen Knappe, Kommandeur Territoriale Aufgaben der Bundeswehr in Berlin. Man sah ihn auch staunen, als OB Roland Henz seine Erfahrungen mit dem scheidenden Kommandeur Reinhard Felsmann salopp beendete mit: "Man hatte immer das Gefühl, da ist einer, der helfen kann."

Neuer Kommandeur ist Oberst Klaus Peter Schirra.

Hintergrund des breiten Zuspruchs zum anderen ist die politische Diskussion um gemeinsame Übungen von Bundeswehr und Polizei . Kramp-Karrenbauer: "Die klassische Aufteilung in Innen- und Außenpolitik funktioniert so nicht mehr. Was global geschieht, hat unmittelbare Auswirkungen auf uns, auf unsere Innenpolitik. Innen und außen gehören zusammen." Das erfordere eine Zusammenarbeit von Bundeswehr und Polizei , ohne dass der eine Aufgaben des anderen übernehmen würde. "Gemeinsame Übungen sehe ich absolut pragmatisch." Der "saarländische Pragmatismus" wirke sich "vielleicht in der überhitzten Debatte anderswo aus."