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Corona-Teststation auf dem Fordparkplatz Saarlouis wird eingerichtet

Kostenpflichtiger Inhalt: Auf dem Fordparkplatz Saarlouis : Drive-In erleichtert jetzt die Corona-Tests

Für alle Beteiligten bringt diese Art des Testens auf den Coronavirus nur Vorteile: Am Montag wurde auf dem Parkplatz von Ford Saarlouis das sogenannte Drive-In aufgebaut. An diesem Dienstag beginnt der Betrieb.

Ohne ärztliche Überweisung geht hier nichts. Die braucht jeder, der im sogenannte Drive-In auf dem Ford-Parkplatz in Saarlouis auf das Coronavirus getestet werden soll. Am Montagvormittag erfolgte der Aufbau der Infrastruktur. Ab diesem Dienstag ist die Einrichtung täglich von 10 bis 14 Uhr geöffnet, einschließlich samstags und sonntags.

25 mal 10 Meter ist das Zelt groß, unter dem getestet wird. In der Mitte sind drei Fahrstreifen abgegrenzt, jeweils nach außen liegen Aufenthaltsbereiche für das Personal. Die Entscheidung zur Einrichtung hatte der Krisenstab des Landkreises vergangene Woche getroffen. Damit geht der Kreis Saarlouis als erster im Saarland an den Start. Die anderen werden voraussichtlich nach und nach folgen.

Das Konzept beruht auf einer Idee der Verwaltung. Die wiederum orientiert sich an der Einrichtung des Kreises Esslingen. Federführend sind in Saarlouis der Krisenstab des Kreises und maßgeblich der Kreisbereitschaftsleiter des DRK, Matthias Strauß, sowie Kreisbrandinspekteur Bernd Paul. „Es geht schneller, wir können mehr Menschen testen. Am Tag maximal etwa 600 Tests“, erklärt Landrat Patrik Lauer am Montag bei einem Pressegespräch vor Ort.

Begonnen wird in Saarlouis am Dienstag aber vorerst mit einer Fahrbahn. Dort sind „50 Tests pro Stunde“ möglich. In den vier Stunden Betriebszeit also etwa 200 Tests. Bei Bedarf kann auf drei Fahrstreifen erhöht werden, was bis zu den besagten 600 Test pro Tag ermöglicht. Das liegt dann laut Lauer über den derzeitigen Laborkapazitäten im Saarland von um die 500 Tests pro Tag.

Für Aufbau und Infrastruktur der Drive-In-Station auf dem Ford-Parkplatz Saarlouis sorgen Feuerwehr, Rotes Kreuz, Malteser, DLRG und Bundeswehr. Unterstützung kommt vom Betriebshof Saarlouis. „Die Erlaubnis ist von Ford problemlos bewilligt worden“, lobt Lauer den schnellen Entschluss. Die Kassenärztliche Vereinigung stellt das medizinische Personal. Pro Fahrstreifen sind ein Arzt und ein Helfer eingeplant, jeweils in entsprechender Schutzkleidung. „Auf diese Weise können wir das alles sehr effizient durchführen“, erklärte Lauer weiter.

Als „vor der Lage“ bezeichnet Paul die Funktion dieser Teststation. „Wir sind damit vorbereitet, auch wenn jetzt nicht gleich Massen von Menschen kommen sollten.“ Mit dabei ist auch Oberstleutnant Heiner Kausch vom Landeskommando Saarland. Er kann auf Antrag des Landkreises und nach Rücksprache mit zuständigen Stellen in Berlin weitere Hilfsleistungen ermöglichen. Unter anderen bei Transporten, im Sanitätsbereich oder der Verpflegung.

Als wesentlicher Vorteil des Drive-In gilt, dass Infizierte und Gesunde nicht durchmischt werden. Dafür sind auch die Toiletten nebst Behinderten-WC entsprechend unterteilt, in einen Schwarzbereich für Infizierte und einen Weißbereich für Gesunde. Selbiges gilt für Aufenthaltscontainer des Personals. Neben der schnellen Abfertigung ist der Test durch das Autofenster auch „materialschonend“. Die Ärzte müssten nicht ständig die Schutzkleidung wechseln, die ohnehin knapp werde, sagt Lauer. Mit dem Drive-In können außerdem infizierte Personen von Arztpraxen ferngehalten werden. Das verhindert Infektionen in Wartezimmern, bei ärztlichem Personal und Helferinnen.

Aber auch für die zu testenden Personen ergibt sich eine größere Sicherheit. Sie können durchgehend in ihrem Wagen bleiben. Der gesamte Ablauf der Tests ist klar strukturiert und insgesamt zeitsparend, stellt Lauer dar. Wer aus einem Risikogebiet kommt oder entsprechende Beschwerden aufzeigt, meldet sich zuerst telefonisch bei seinem Arzt.

Nach Abklärung und der Notwendigkeit eines Tests stellt der Arzt die Überweisung aus. Mit einer Kopie der Überweisung fahren betroffene Personen zum Parkplatz der Fordwerke Saarlouis. Wer keine Überweisung vorzeigen kann, wird wieder weggeschickt.

Jeweils ein Fahrzeug fährt pro Fahrstreifen vor. Die betreffende Person bleibt im Wagen, während durch die geöffnete Seitenscheibe ein Abstrich im Rachenraum erfolgt. Dann geht der Test ins Labor. Alles in allem könne das Ergebnis der Tests nach 24 bis 48 Stunden vorliegen, sagt Lauer. Übermittelt wird es dann von Arzt oder Gesundheitsamt.

Die neue Teststation ist zwar für den Landkreis Saarlouis aufgebaut, aber es wird auch niemand abgewiesen, der aus dem restlichen Saarland kommt.