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Dillinger Hütte erklärt Ur sache für Ruß
Computerfehler verursachte den Ruß

215 Schadensmeldungen gab es nach dieser Rußwolke.
215 Schadensmeldungen gab es nach dieser Rußwolke. FOTO: Steil TV / Wolfgang Steil
Saarlouis/Dillingen. Eklat im Stadtrat Saarlouis: Was im Ruß aus der Hütte drin war, erfuhr man nicht. Von Johannes Werres

Die starke Rußbildung in der Dillinger Hütte Mitte August geht auf einen Fehler im Computersystem zurück. Der Technische Vorstand der Hütte, Dr. Bernd Münnich, sagte am Donnerstagabend, der Fehler sei bei einem Update durch die Firma Siemens im Leitsystem des Hochofens vier entstanden. Münnich erläuterte den Vorgang auf Antrag der Grünen im Stadtrat Saarlouis. Danach hat der Hütten-Mitarbeiter per Computer Eisenkies zum Anfahren des Hochofens korrekt angewählt, tatsächlich aber habe die Steuerung große Mengen Anthrazitkohle freigegeben. Der Ofen sei restlos mit dieser Kohle überladen worden. 400 Kubikmeter seien schließlich eingefüllt worden. Beim Versuch, den Hochofen wieder frei zu bekommen, sei erstmals am 8. August eine schwarze Rauchsäule entstanden. Das eigentliche Rußereignis entstand aber erst am Samstag, 18. August. Man habe versucht, den Ansatz, den nicht mehr mit Gas belüfteten Riesen-Pfropfen, Größe zehn mal 2,50 Meter, im Hochofen, abzuschmelzen. Dabei ist laut Münnich „zwei bis drei Minuten lang“ starker Ruß ausgetreten.


Was im Ruß drin war, sagte Münnich trotz Fragen von Grünen-Fraktionschef Hubert Ulrich, FDP-Mann Wolfgang Krichel oder Carsten Quirin (CDU) nicht. Das habe das Landesamt für Umwelt und Arbeitsschutz (LUA) untersucht und den Ruß für nicht gesundheitsgefährdend befunden. „Wir haben da nicht mehr als die Öffentlichkeit“, sagte der Technikvorstand und wiederholte es mehrfach. Man möge beim LUA „nach Details fragen“. Ulrich antwortete säuerlich: „Das lässt die Annahme zu, dass Sie das LUA-Ergebnis nicht kennen oder sagen wollen. Das glaube ich Ihnen nicht.“ Und: „Offenkundig wollen Sie das nicht beantworten.“ Münnich: „Ich verbitte mir das.“ Der Rat stimmte später einem Antrag der Grünen zu, in der nächsten Sitzung das LUA dazu zu befragen.

215 Schadensmeldungen gingen ab Sonntag, 19. August, bei der Hütte ein, sagte Münnich. Bis Ende Oktober könnten sie abgearbeitet sein. „Das betrifft vor allem Markisen, Solaranlagen, Autos, auch Räume wurden bereits gesäubert“. Ratsmitglieder kritisierten das Krisenmanagement. Münnich sagte, die Öffentlichtkeit sei nach Eingang der ersten Schadensmeldungen durch Pressemitteilungen am 22. August informiert worden. Eine Wiederholung dieser Art von Störung, die wohl einzigartig und auch aus Sicht der Hütte dramatisch sei, schloss Münnich aus. Die Programmierung sei nun „dreifach gesichert“. Münnich entschuldigte sich bei der Bevölkerung ausdrücklich für den Vorfall.