| 20:43 Uhr

Chorwurm
Hommage an die stärkste Macht der Welt

Saarlouis. „Chorwurm“ rockte erstmals die Bühne des Theaters am Ring in Saarlouis. 250 Besucher waren beim Konzert dabei. Von Jutta Stamm

„Chorwurm“ ist ein Amateur-Chor. Er besteht aus 18 Sängerinnen und Sängern, zehn Orchestermusikern und weiteren zehn bis zwölf Backstage-Mitarbeitern. Gegründet wurde er Anfang der 1970er Jahre als Gospel- und Spiritual-Chor in der saarländischen Gemeinde Bildstock und bestand zunächst aus Mitgliedern der Kirchengemeinde, die bei „Beat-Messen“ auftraten. Erst mit immer häufigeren Auftritten außerhalb von Kirchen formte sich das Ensemble zur Showtruppe, die dank guter Choreografie, für die Andreas Lauck, Christina Kolb und Myriam Mischo-Roth verantwortlich zeichnen, ein anderes Profil bekam, zu dem, neben dem Gesang in Begleitung eines rhythmisch und virtuos aufspielenden Orchesters unter der versierten, musikalischen Leitung von Lothar Klockner (Gitarre) und Andreas Lauck (Klavier) wilde Tanzeinlagen gehören. 1976 entstand der Name „Chorwurm“. Meilensteine der Pop- und Rockmusik verspricht Moderator André Holstein dem Publikum.


Man muss diese Art des Musikvortrags mögen, denn jeder Sänger, jede Sängerin ist mit einem Mikrofon ausgestattet, so dass die Performance – wenn auch nicht zwingend – außerordentlich lautstark und wenig abwechslungsreich gerät. Wenn auch durchweg gute Stimmen die Szenen beherrschen, so vermisst man doch den differenzierten Umgang damit: Leisere Töne werden nur wenige angeschlagen. Mit „Let Me Entertain You” lädt Jonas Weis zu einem turbulenten Treiben mit wechselnden Kostümen und Lichteffekten auf der Bühne ein. Mit „Celebration” schickt Michael Müller die begeisterten Besucher nach rasanten Vorträgen in die Pause.

Im zweiten Teil der Show widmet sich Chorwurm der „stärksten Macht der Welt”, die seit Menschheitsgedenken Maler, Dichter und Komponisten beschäftigt. „Chorwurm in Love” erzählt – in Anlehnung an die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens – von einem hartherzigen Menschen, der nichts für Liebe oder Mitgefühl übrig hat. Temporeich und mit viel Augenzwinkern werden Schmerz, Enttäuschung, Eifersucht, Versöhnung und Glück in der Liebe musikalisch und darstellerisch thematisiert. In der Hauptrolle André Holstein, der fabelhaft den verdrossenen Junggesellen mimt und seinem hilflos erscheinenden Assistenten (Patrick Staub) die Ehe mit dessen Verlobter (Anke Busch) madig machen will. Da schalten sich in höchster Not drei Geister der Liebe in (verhüllter) Gestalt von Michael Müller, Florence Mottier-Klein und Andreas Klein ein. Und o Wunder – sie überzeugen den kauzigen Mann, die Hochzeit kann stattfinden – inbrünstig eingehüllt von der Hymne „We are the Family” (Steven
O’Neal, Andreas Klein, Ramon Saura und Chor). Dazu reihen sich Songs wie “Verliebte Jungs” (Steven O’Neal) und die von Florence Mottier-Klein emotional vorgetragene Ballade „Je suis malade” sowie bekannte Liebeslieder aneinander. Choreografisch begeistert der Song „Umbrella” mit Steven O’Neal, Andreas Klein und Ramon Saura. Das Spiel mit den bunten Kinderregenschirmen beeindruckt. Wie lautet die Botschaft, die „Message”? Love is the message and the message is love – übersetzt: Liebe ist die Botschaft, und die Botschaft ist Liebe.