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| 20:58 Uhr

Chancen für alle

Im Gespräch (von links): Dominik Brettnacher (Inexio), Markus Jungbluth (Stipendiat), Katrin Schramm und Christian Thomaser (Studienstiftung Saar). Foto: Thomas Seeber
Im Gespräch (von links): Dominik Brettnacher (Inexio), Markus Jungbluth (Stipendiat), Katrin Schramm und Christian Thomaser (Studienstiftung Saar). Foto: Thomas Seeber FOTO: Thomas Seeber
Saarlouis. Markus Jungbluth lebt im Saarland, studiert an der HTW im Saarland – und wäre als IT-Fachmann im Saarland später sehr willkommen. Die Studienstiftung Saar stärkt seine Bindung ans Saarland, in seinem Falle zusammen mit dem Telekommunikationsunternehmen Inexio. Johannes Werres

Markus Jungbluth gibt am heutigen Dienstag seine Bachelor-Arbeit an der Hochschule für Technik und Wissenschaft (HTW) in Saarbrücken ab. Er hat untersucht, wie ein Internet-Anschluss dagegen geschützt werden kann, durch massenhaften Zugriff vorsätzlich lahmgelegt zu werden, und wie dabei gleichzeitig reguläre Internet-Vorgänge weitergehen können. Alles auf Englisch. "Ich hätte diese Arbeit nicht schreiben können ohne die Geräte, die mir Inexio zum Testen zur Verfügung gestellt hat", berichtet er. Zum Telekommunikationsunternehmen Inexio , Sitz Saarlouis , stieß Markus, 23, über die Studienstiftung Saar. Er ist einer von bislang rund 1600 Stipendiaten.

Stipendium heißt: Über zwei Jahre erhält Markus 300 Euro im Monat. Das Geld stammt zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von Förderern, vor allem Unternehmen, oder aus dem Kapitalertrag der Stiftung. Gleichzeitig lernen sich Stipendiat und Paten-Unternehmen kennen. Denn Unternehmen wie Inexio brauchen Leute wie Markus Jungbluth. "Sein Studiengang, Kommunikationsinformatik, ist wie auf uns zugeschnitten", sagt Dominik Brettnacher von der Inexio-Geschäftsleitung. Markus peilt nun den Master-Abschluss an und kann sich jetzt, wie er sagt, sehr gut vorstellen, danach bei Inexio anzufangen.

Dann hätte die Stiftung das Ziel erreicht, für das sie geschaffen wurde: Junge Talente zu fördern und im Saarland zu halten.

Talent und Leistungsstärke drücken sich für die Stiftung nicht allein in Noten aus, wie Geschäftsführer Christian Thomaser sagt. Engagement und Persönlichkeit zählen da genauso. Die Stiftung schaut auch darauf, dass erschwerende Voraussetzungen den Studenten nicht daran hindern, seine Leistungsfähigkeit zu entfalten.

So fördert die Stiftung gern auch "Studienpioniere" - junge Leute, die als erste überhaupt in ihren Familien studieren.

Die Auswahl funktioniert so: Paten-Unternehmen im Saarland geben der Studienstiftung Kurzprofile, die junge Leute beschreiben, wie sie sie gern als Stipendiaten begrüßen würden. Diese Profile wiederum veröffentlicht die Stiftung zum Beispiel auf ihrer Internetseite. Auf diese Profile können sich Studenten aller Hochschulen im Saarland bewerben. Markus Jungbluth, der sich schon einmal um ein Inexio-Praktikum bemüht hatte, aber keinen freien Platz mehr bekam, bewarb sich "mitten in der Prüfungszeit". Er schrieb ziemlich kurzfristig auf das Inexio-Profil hin.

Dann gibt es nach Vorauswahl durch die Stiftung eine entscheidende Sitzung, in der die Paten-Firmen zwar mitreden, aber nicht mit entscheiden können. Für Markus Jungbluth, der in St. Ingbert lebt, sprach aus Inexio-Sicht nicht nur sein Studiengang, sondern auch das Thema der Bachelor-Arbeit. "Eine gute Idee", bescheinigt Dominik Brettnacher. Inexio könne die Stipendiaten wie Jungbluth auch durch Beratung fördern. Etwa, indem sie erklären, welche Fragestellungen einer Abschlussarbeit für ein Unternehmen wichtig wären.

Inexio hat derzeit sechs solcher Stipendiaten der Studienstiftung. Die Stiftung mit Sitz in Saarbrücken bietet mehrere Programme an, auch für Schüler. Markus Jungbluth wird über das so genannte Deutschlandstipendium gefördert.

Studienstiftungsaar.de; studienpioniere.saarland

Meinung:

Saarland allein reicht nicht

Von SZ-Redakteur Johannes Werres

Nur hartgesottene Saar-Folkloristen glauben, dass das Saarland allein Grund genug für junge Fachleute ist, hierzubleiben. Wachere Zeitgenossen wissen: Jeder, der will, dass auch morgen noch qualifizierte junge Leute die Lebensfähigkeit des Saarlandes und seiner Unternehmen garantieren, muss auch was dafür tun. Darin sind die Studienstiftung Saar und die kooperierenden Firmen vorbildlich. Zumal, da sie über ihre Programme auch heimische Studenten fördern, die die eine oder andere Erschwernis ausgleichen müssen. Zu diesen Erschwernissen gehört die verspätete Ankunft der Saar-Bevölkerung in der bundesdeutschen Akademiker-Welt: Damit bezahlten die Menschen die lange Blüte der Schwerindustrie an der Saar.