Brückenelemente am Autobahndreieck Saarlouis montiert

Kostenpflichtiger Inhalt: Brückenbau am Autobahndreieck Saarlouis : Eine Brücke kommt geschwommen

Dafür musste sogar der Schiffsverkehr auf der Saar still stehen: Die riesigen Teile für die neue Brücke der A 8 kamen über das Wasser.

Eine Brücke kommt geschwommen – ganz aus Stahl, 400 Tonnen schwer und 74 Meter lang. Geht nicht? Sehr wohl! Trotz dieses immensen Gewichtes wurden die Brückenelemente auf der Großbaustelle „Autobahndreieck Saarlouis“ über die Saar eingeschwommen.

Dazu waren zwei 54 mal 11 große Schwimmpontons und der Schubschlepper „Orion“ notwendig. Landseitig kam zum Heben der jeweils rund 400 Tonnen schweren Hohlkästen mit einer Länge von 73,60 Metern zwei sogenannte SPMT, Self Propelled Modular-Transporter, das sind selbstfahrende Plattformen mit mehreren Achsen, zum Einsatz. Über das Tempo, das die Baumannschaft beim Verschieben der Brückenelemente an den Tag legte, waren selbst erfahrene Brückenbauer verdutzt.

Auch Patrick Colbus, 61 Jahre alt, der für die Großbaustelle verantwortliche Leiter Fachbereich Großprojekte des Landesbetriebs für Straßenbau im Saarland, zeigte sich vom schnellen Vorrücken beeindruckt, „eine echte logistische Herausforderung auch für die bauausführende Firma SEH Eiffage“, wie Colbus betont. Allerdings waren die Vorbereitungsarbeiten wie das Heben der Stahlbaukästen, das Umsetzen der Stützen auf den Pontons und das sogenannte Hochstapeln mittels vier 700-Tonnen-Pressen dafür ausgesprochen zeit- und arbeitsintensiv.

Große Bauteile für die Großbaustelle an der A 8 über die Saar: Am Donnerstag wurde das zweite Brückenelement eingeschwommen. Foto: Ruppenthal

Wie Colbus weiß, besteht die neue Saarbrücke aus zwei 87 Meter langen Feldern und misst somit zwischen den Widerlagern 174 Meter. Die beiden voneinander getrennten Überbauten werden als Stahlverbundbauwerk hergestellt, pro Fahrtrichtung also zwei begehbare Stahlhohlkästen, je 2,50 Meter hoch und drei Meter breit und an der Unterseite, mit einer schlaff bewehrten, 40 Zentimeter starken Fahrbahnplatte. Diese wird mit Hilfe eines so genannten Schalwagens hergestellt, der in neun Betonierabschnitten später über die beiden Hohlkästen fährt.

Die gesamte Brückenfläche der neuen Saarbrücke erhöht sich um 1650 Quadratmeter gegenüber der bisherigen Brücke, da das neue Bauwerk in jeder Fahrtrichtung auch noch einen Standstreifen erhält.

Eine besondere Baustelle: Über die Saar wird derzeit eine neue Brücke für die Autobahn A 8 gebaut. Foto: Ruppenthal

Wie Colbus weiter ausführt, wurden insgesamt rund 4300 Tonnen Grobbleche der Dillinger Hütte an die bauausführende Arbeitsgemeinschaft Schnorpfeil/SEH Eiffage geliefert. Die Fertigung der Stahlbauelemente fand im Werk der SEH in Hannover statt, der Transport zur Baustelle erfolgte per Lkw und Schiff.

Diese angelieferten Bauteile hatten dann eine Länge von rund 20 Metern und wurden auf dem vor Montageplatz zusammengeschweißt – aufgrund des großen Volumens bei bis zu 80 Millimeter dicken Blechen teilweise in Tag- und Nachtschicht. Die Mittelstützen werden aus architektonischen Gründen, sagt Colbus, als V-Stütze auch aus Stahl hergestellt. Die gesamte Brücke erhält einen fünfschichtigen Korrosionsschutzaufbau, wobei als Deckbeschichtung die Farbe Blau gewählt wurde.

Für das Einschwimmen der Brückenelemente waren Colbus und die Baumannschaft auf die Unterstützung des Wasser- und Schifffahrtsamtes Mosel-Saar-Lahn angewiesen, da die Schifffahrt auf der Saar in diesem Bereich für eine komplette Woche gesperrt werden musste.

Die Bauarbeiten für den Ersatzneubau mit Anhebung der A 8 begannen Mitte 2018. Bereits Ende 2020 soll über das neue Teilbauwerk in Fahrtrichtung Luxemburg der Verkehr fließen. Danach erfolgt der Abriss der alten Brücke und der Neubau des Teilbauwerks für die Fahrtrichtung Neunkirchen. Das Bauvolumen für die A 8 beträgt rund 42,5 Millionen Euro.

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