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Neues Festival
„Bringt Familie und Freunde mit“

Auf der Vauban-Insel im Saaraltarm: Vor dem historischen Gewölbe (links) finden Konzerte statt, die immer mehr Publikum anlocken.
Auf der Vauban-Insel im Saaraltarm: Vor dem historischen Gewölbe (links) finden Konzerte statt, die immer mehr Publikum anlocken. FOTO: Thomas Seeber
Saarlouis. Abseits vom Mainstream, entspannt, bunt: So soll die Premiere von „Vauban Sounds Festival“ am Samstag werden. Musik, Essen, Bilder auf der Insel im Saaraltarm in Saarlouis. Von johannes werres

Am mutmaßlich schönsten Ort in Saarlouis gibt es am Samstag, 23. September, eine bemerkenswerte Premiere. Stadt Saarlouis und der Inselgarten kündigen das erste Vauban Sounds Festival an. Sascha Gimler und Oliver Krause, die hinter dem Inselgarten (die Bewirtschaftung der Insel) stehen und auch hinter „SG Kultur“, haben die erstaunlichen Erfahrungen der Samstags-Events auf der Insel gebündelt und in eine Art Mini-Festival namens „Vauban Sounds Festival“ gepackt.



An den Samstagen von März bis Oktober treten auf der Insel im Saaraltarm Solokünstler auf, mit Namen, mit Qualität, aber eher von der ruhigen Art. Bis zu 1000 Leute wie bei Marcel Adam oder Edi Gimler, sagt Sascha Gimler, kommen dann her. Saarlouiser, Auswärtige „auch aus Saarbrücken, aus Luxemburg, Homburg Neunkirchen“. Das Besondere: „Die Leute kommen wirklich, um die Musik zu hören. Sie hören zu, ganz bewusst. Viele Künstler haben das so empfunden und uns erzählt.“

Entspannt, ruhig geht es dann zu, die Liegestühle auf der Insel sind Programm. Alles spielt sich draußen ab. Das atmosphärisch hoch attrative alte Sandsteingewölbe darf wegen rechtlicher Bindungen bei der Sanierung nur sehr eingeschränkt genutzt werden. Dafür ist der Blick auf die Festungsmauern, das Wasser, die Schleusenbrücke, die Bäume grandios. „Abseits vom Mainstraem“ nennt Gimler das, und auf dem Weg will er bleiben.

Ds Publikum ist allerdings eher älter. Der Zuschnitt des Inselprogramms mit leichter Gastronomie, die Nonchalance, der Platz für Kinder und Hund empfiehlt die Insel aber für alle Altersgruppen, Familien inklusive. „Bring your family and friends“, heißt es auf einem der Plakate. Zumal, wie Krause sagt, „es ja noch was gibt zwischen Party und Alter.“ Das zielt auf junge Erwachsene. Diese große Nische besetzen Krause und Gimler jetzt erstmals mit „Musikern aus unserer Region, die schon weit gekommen sind.“

Sie sollen die Musik zum Zuhören liefern bei einem Event, das „nicht Kirmescharakter kriegen soll.“ Keine Bierstände, keine Sponsoren-Werbung. Kein Eintritt. Das Fest soll sich allein aus dem Verkauf von Essen und Getränken finanzieren. „Das Ambiente soll ganz frei bleiben. Die Festungsteile, die den einmaligen Ort hier prägen, kommen ganz zur Geltung, wir setzen nur Licht ein“, unterstreicht Gimler.



Eine Austellung mit Bildern des Saarlouiser Künstlers Jörg Welsch, Inhaber des Saarbrücker Kunsthauses EX, komplettiert das Programm. Dazu serviert „World Food Trip“ veganes Streetfood aus regionalen und biologischen Zutaten, frisch aus dem Foodtruck. Wraps, Salate, Snacks und andere Köstlichkeiten stehen auf der Speisekarte.

Um 19 Uhr beginnt das Musikprogramm. Mit dabei sind Perdu, Philipp Leon, Frau Wolf, Maas Attack und Me in the forest.

Die Künstler, allesamt erfolgreich über die Grenzen des Saarlandes hinaus, präsentieren ihre Songs in Akustik-Versionen. Perdu spielt vorwiegend deutschsprachige Songs, zumeist aus der Feder des Sängers. Philipp Leons Gesang ist voller Emotionen, getragen von einer kraftvollen Klangfarbe. So machte der 20-jährige Saarländer im Jahr 2014 das erste Mal auf sich aufmerksam. Mit seiner außergewöhnlichen Stimme schaffte er es in der vierten Staffel von The Voice of Germany bis ins Halbfinale der TV-Show.

Seit 2014 gibt es Frau Wolf. Die 26-Jährige Sängerin und Songwriterin tritt mit Band, solo oder in Akustik-Formation auf. Live konnte Frau Wolf bereits unter anderem für Pur und Kasalla das Publikum mit einer Mischung aus Gitarrenpop und Folk-Rock überzeugen.

Maas Attack sind die Schwestern Laura und Viktoria Maas, die durch ihre Teilnahme in den TV-Shows „The Voice Of Germany“ und „The Winner is“ ihr Können unter Beweis gestellt haben. Mehr als 1000 Live-Auftritte haben sie bisher absolviert.

Me in the Forest präsentieren Indie-Folk mit einer ordentlichen Portion hippiesker Melodie-Seligkeit und einem Hauch von Soul.

Sascha Gimler hat gute Drähte in die Musikszene. So lädt er für den 13. November ins Theater am Ring ein, wo er ein Konzert mit Dominic Miller organisiert hat. Das ist der wichtigste Gitarrist von Sting. Er hat für viele Musiker gearbeitet, Phil Collins etwa oder Sarah Jane Morris. Als Solo-Künstler pflegt Miller einen ganz eigenen, eher jazzigen Stil. Schon Monate vor dem Termin in Saarlouis sind schon mehr als die Hälfte der Karten verkauft.

Das Vauban Sounds Festival findet am kommenden Samstag,  23. September, statt. Die Vauban-Insel (Zugang gegenüber DRK-Krankenhaus) ist dann ab 16 Uhr für Besucher geöffnet. Bei Regen oder bei schlechtem Wetter wird die Veranstaltung auf den nächstmöglichen Termin verlegt.
Karten für das Dominic Miller-Konzert u.a. bei Ticket regional.

Der Sänger Philipp Leon war im Halbfinale des TV-Wettbewerbs „The Voice of Germany“ dabei.
Der Sänger Philipp Leon war im Halbfinale des TV-Wettbewerbs „The Voice of Germany“ dabei. FOTO: Benedikt Dresen
Frau Wolf kommt auf die Vauban-Insel
Frau Wolf kommt auf die Vauban-Insel FOTO: Matthias Heintz