Bloß nicht auf den letzten Drücker

Bloß nicht auf den letzten Drücker

Saarlouis. Wer kauft eigentlich im November schon einen Weihnachtsbaum? Fredy Heinen aus Saarlouis zum Beispiel. Der Altstadtwirt hat den ersten Weihnachtsbaum für dieses Jahr am Verkaufsstand von Schausteller Ewald Roos in Saarlouis erstanden. Oder besser gesagt, die ersten beiden Bäume. "Diese beiden kommen vor meine Kneipe, den 7. Himmel, seitlich an den Eingang", verrät er

Saarlouis. Wer kauft eigentlich im November schon einen Weihnachtsbaum? Fredy Heinen aus Saarlouis zum Beispiel. Der Altstadtwirt hat den ersten Weihnachtsbaum für dieses Jahr am Verkaufsstand von Schausteller Ewald Roos in Saarlouis erstanden. Oder besser gesagt, die ersten beiden Bäume. "Diese beiden kommen vor meine Kneipe, den 7. Himmel, seitlich an den Eingang", verrät er. "Die werden jetzt schön geschmückt, am Freitag eröffnet ja der Weihnachtsmarkt in Saarlouis, da wollen wir natürlich mitziehen."Seit der große Tannenbaum in der Mitte der Altstadt nicht mehr aufgestellt werden darf, schmücken die Wirte gerne ihre Kneipen mit kleineren Bäumchen, erzählt Heinen. Keine Bäumchen, sondern gute 3,5 Meter hoch sind aber die beiden prächtigen Fichten, die Heinen sich ausgesucht hat; das Stück kostet zwölf Euro. "Das ist sehr günstig. Und der hat schon für zehn Euro Wasser gesoffen!", fügt Roos gewitzt hinzu. Seine Fichten hat er als Stammkunde schon lange reserviert, erzählt Heinen: "Deshalb komme ich auch immer früh, ich will die schönsten Bäume haben."

Heinen ist bei Weitem nicht der einzige Kunde im November. Dass die Weihnachtsbäume schon Wochen vor dem Fest gekauft werden, ist für Roos nichts Neues: "Der erste große Ansturm kommt immer vor dem ersten Advent", weiß er aus langer Erfahrung. Seit 35 Jahren verkauft er den Saarlouisern ihre Weihnachtsbäume. Kunden aus dem ganzen Saarland kommen zu ihm, erzählt er. Früher stand er an der Rodener Schanze, seit einigen Jahren in den Fliesen. In diesem Jahr ist er auf dem asphaltierten Parkplatz zu finden.

"Ein paar Tausend" Bäume verkauft Roos jedes Jahr allein in Saarlouis in den Fliesen. Weitere drei Verkaufsstellen hat er in Ensdorf und Dillingen. Seine Nordmanntannen kommen aus eigener Anzucht, aus Straubing im bayrischen Wald. Einen Teil der Bäume kauft er auch an. Die Fichten kommen aus dem Elsass, die Blautannen aus Dänemark. "Die sind alle super gewachsen, wir hatten ein gutes Weihnachtsbaumjahr", meint Roos. Sechs bis acht Jahre alt sind seine Fichten, die Nordmanntannen sogar acht bis 16 Jahre alt.

"Die Bäume, die jetzt schon gekauft werden, sind ja nicht die, die nachher im Wohnzimmer stehen", erzählt Roos. "Die Bäume, die jetzt verkauft werden, gehen in Geschäfte, in Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser, die Soldaten nehmen auch immer zwölf Stück. Oder die Leute nehmen sie für draußen als Deko, im Vorgarten oder auf dem Balkon." 20 Bäume spendet Roos jedes Jahr ans Rathaus, die Stadt Saarlouis verteilt diese an sozial schwache Familien.

Der nächste große Ansturm auf die Tannen kommt dann vor dem dritten Advent, weiß Roos. "Die wenigsten wollen auf den letzten Drücker kommen." Dabei ist der Verkauf bis Heiligabend geöffnet. "Ich sag' mal bis 14 Uhr, aber dann kommen doch wieder welche erst um 16 Uhr", schmunzelt er.

Wer kauft den ersten Weihnachtsbaum? Fredy Heinen (links) ist in diesem Winter der erste Kunde von Tannenbaumverkäufer Ewald Roos in Saarlouis. Foto: Thomas Seeber.

Für die Wohnung empfiehlt der Fachmann übrigens eine Nordmanntanne. "Die hält gut und verträgt die Wärme - sie muss halt auch gewässert werden. Die Leute wundern sich immer, dass der Baum nach zwei Wochen ohne Wasser nadelt!", erzählt er.

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