Bloß fremd, nicht befremdend

Saarlouis/Beckingen. Fremd, aber nicht befremdend, fern, aber doch still präsent, ruhig, aber nicht lautlos: Bilder, in Öl der peruanischen Künstlerin Violeta Block, die in der Saarlouiser Galerie Palz zu sehen sind, Seite an Seite mit Acryl-Bildern ihres Landsmannes Alberto Flores. Block zeigt vor allem Frauen: Bilder aus 2004, inspiriert vom Landleben und der Heimat Blocks

"Annäherung" von Violeta Block aus dem Jahr 2004. Fotos: SZ.
"Landschaft" des peruanischen Künstlers Alberto Flores.
"Annäherung" von Violeta Block. Fotos: SZ.

Saarlouis/Beckingen. Fremd, aber nicht befremdend, fern, aber doch still präsent, ruhig, aber nicht lautlos: Bilder, in Öl der peruanischen Künstlerin Violeta Block, die in der Saarlouiser Galerie Palz zu sehen sind, Seite an Seite mit Acryl-Bildern ihres Landsmannes Alberto Flores. Block zeigt vor allem Frauen: Bilder aus 2004, inspiriert vom Landleben und der Heimat Blocks. 2008, nach dem Umzug Blocks in die Stadt, Bilder von Frauen in städtischem Umfeld. Es sind Frauen ohne erkennbare persönliche Gesichter, gesehene Gestalten, Körper, Formen; letztlich ist alles Form in Blocks Bildern. Geschlossene Formen, die keine Fragen offen lassen. Sie lassen den Betrachter nicht nach der Geschichte dieses Menschen fragen, sondern bloß seine gesehene Existenz wahrnehmen. Flächige Szenen, aufwendig gearbeitet vor allem in der Textur von Farbflächen. Peru, Südamerika, abstrahiert und ganz ohne die sonst gern genommene Indio-Sentimentalität. Meisterhaft zum Beispiel "Nach dem Fischfang". Es hat alles seine Ordnung ohne den Hauch einer Idylle. Und Block versteckt darin Symbole, den Mond, den Apfel, zum Beispiel.Alberto Flores' Bilder dagegen laden zum Lesen ein, ohne Verständlichkeit zu versprechen. Zusammengeschobene Hieroglyphen aus Elementen der Inka-Bildsprache füllen seine Gestalten, "Engel", zum Beispiel. Was ein Mann im Kopf hat - für Flores klar: Diese Bildersprache, farblich verhalten glühend. Wesen zwischen dunklem Traum und flirrender Wirklichkeit, ohne Humor - bis man auf das Fußballtor stößt. Das steht, unverkennbar, auf einigen Bildern hinter den Fantasie-Gestalten. Flores, Jahrgang 1959, stammt aus Lima, ist Dozent an der dortigen Staatlichen Hochschule der Bildenden Künste, arbeitet als freischaffender Künstler. Er hat international viel ausgestellt. Ebenso, und ebenso aus Lima und dort als freischaffende Künstlerin tätig, ist Violeta Block, geboren 1956 in Trujillo. Von Haus aus Architektin, studierte sie 1997 bis 2004 an der Kunsthochschule in Lima.Block und Flores waren bei der Vernissage am Sonntag, begleitet vom Schirmherren, dem Generalkonsul von Peru, Prof. Ernesto Pinto Bazurco Rittler und vom Parlamentarischen Staatssekretär im Innenministerium Peter Altmaier. Info: Galerie Palz, Lisdorfer Straße 9, Saarlouis, Telefon (06831) 966 58 00. Dienstags bis freitags zehn bis 12.30 Uhr; 14 bis 18 Uhr; samstags zehn bis 13.30 Uhr.

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