| 20:11 Uhr

Jugend-Handball
„Bittere Erfahrung, aber ein geiles Spiel“

Melsungens Lasse Hellemann behauptet sich am Saarlouiser Kreis gegen Alexander Herzig. Die Aufholjagd der HG Saarlouis kam zu spät.
Melsungens Lasse Hellemann behauptet sich am Saarlouiser Kreis gegen Alexander Herzig. Die Aufholjagd der HG Saarlouis kam zu spät. FOTO: Ruppenthal
Saarlouis. 16:19 gegen Melsungen: Die B-Jugend-Handballer der HG Saarlouis verpassen den Einzug ins DM-Achtelfinale Von Roland Schmidt

Achtelfinale ade: Die B-Jugend-Handballer der HG Saarlouis haben das K.o.-Spiel gegen die JSG Melsungen-Körle-Guxhagen mit 16:19 verloren und vor eigenen Fans den Einzug in die Endrunde um die deutsche B-Jugend-Meisterschaft verpasst. „Die Anfangshypothek war zu hoch. Ich bin trotzdem stolz auf meine Jungs“, kommentierte Trainer Matthias Ecker die Schlappe – und beklagte den nervösen Beginn.


An Unterstützung mangelte es dem Außenseiter nicht. Rund 300 Zuschauer hatten die Stadtgartenhalle in einen Hexenkessel verwandelt. In der 17. Spielminute hatte der Lärm aber schon wieder nachgelassen. Die Gastgeber lagen mit 1:9 hinten. Im Angriff gelang ihnen überhaupt nichts, und die Abwehr fand gegen den Gäste-Sturm kein Mittel. Die Fans waren geschockt.

Dass das Duell gegen die Nachwuchsriege von Erstligist MT Melsungen kein Spaziergang würde, war klar. Trotz geringer Siegchancen wollte man es dem Favoriten aber so schwer wie möglich machen. Dieser Plan schien nicht aufzugehen. „Der Gegner war deutlich stärker als unsere Liga-Rivalen. Wir haben uns nichts zugetraut und uns zu wenig bewegt“, stellte Rückraumspieler Lennart Poncelet selbstkritisch fest.



So kam es, dass Ecker bereits nach zehn Minuten die Grüne Karte zückte. Doch die Gardinenpredigt in der frühen Auszeit fruchtete (noch) nicht. Die Siebenmeter-Parade von Schlussmann Julien Bro wirkte dann kurz vor der Pause (3:11) jedoch wie ein Weckruf. In den drei Minuten bis zur Halbzeitwarf sich Saarlouis auf 6:12 heran. Das sah schon etwas erträglicher aus. HG-Spielmacher Marko Grgic (Jahrgang 2003) legte nach dem Wiederanpfiff zwei Tore nach. Der Doppelschlag des jüngsten und besten Saarlouisers signalisierte: Das Ding ist noch nicht gelaufen. Acht Minuten lang ließ der Oberliga-Vizemeister kein Gegentor mehr zu. Tor um Tor holte die HG auf.

Saarlouis dominierte die zweite Hälfte – und als Poncelet den Anschlusstreffer zum 14:15 markierte, schien wieder alles möglich. Saarlouis blieb dran (16:17/59.), vergab aber klare Chancen. Die Aufholjagd hatte viel Kraft gekostet. Melsungen agierte cleverer, hatte größere Reserven und sicherte sich das Ticket fürs DM-Achtelfinale. Poncelet hätte auch gerne gegen die Rhein-Neckar-Löwen gespielt, doch es hat nicht ganz gereicht. „Das ist bitter, aber es war eine geile Erfahrung und ein geiles Spiel“, schwärmte der HG-Torjäger dennoch.