BI gegen Lisdorfer Berg in Saarlouis

Kostenpflichtiger Inhalt: Proteste gegen Industriegebiet : Bürger wollen wissen, was auf dem Lisdorfer Berg geplant wird

Mit ihrem Nein zur Erweiterung des Industriegebietes Lisdorfer Berg trifft eine neue Bürgerinitiative in Saarlouis offenbar einen Nerv. Gleich auf die erste Einladung hin kamen 60 Bürgerinnen und Bürger.

Der Widerstand einer neu gegründeten Bürgerinitiative gegen eine Erweiterung  des Industriegebietes Lisdorf Berg in Saarlouis findet offenbar großen Widerhall in der Bevölkerung der angrenzenden Stadtteile von Saarlouis. Zu einer ersten Information seien 60 Bürgerinnen und Bürger gekommen, sagte am Freitag Eva Thomas, eine Sprecherin der Bürgerinitiative Lisdorfer Berg (BLB). „Den Bürgern ging es um eine sachliche Diskussion. Aber es war erkennbar, dass niemand von ihnen für eine großflächige Erweiterung ist. Eine solche Erweiterung ist für eine Teil der derzeit landwirtschaftlich genutzten Fläche zwischen der Bundesstraße 269neu und dem Stadtteil Neuforweiler in der Diskussion.

Zu dem Treffen erschienen auch Vertreter von CDU und Grünen, die derzeit im Stadtrat Saarlouis über die Fortsetzung ihrer Kooperation diskutieren. Eine Erweiterung des Lisdorfer Berges ist dabei eines der großen Themen. Grünen-Stadtverbandschef Hubert Ulrich und der grüne Bundestagsabgeordnete Markus Tressel sagten ein striktes Nein zur möglichen Erweiterung.

Raphael Schäfer, Landtagsabgeordneter und CDU-Fraktionschef im Stadtrat, sprach sich für einen moderaten Ausbau aus, plädierte aber dafür, zunächst ein Klimagutachten abzuwarten.

Der Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer (SPD) widersprach am Freitag vehement einer Darstellung, die der Vorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu), Ulrich Leyhe, in der BLB-Versammlung und später auf Facebook gegeben hatte. Das geplante Gebiet reiche „bis fast vor die Haustüren von Neuforweiler“, schrieb Leyhe und zeigte eine Karte mit eine roten Umrandung, die das künftige Industriegebiet andeute. Demmer: „Es gibt überhaupt keinen Plan, der ein Gewerbegebiet Lisdorfer Berg II ausweist.“ Der Nabu gebe eine Fehlinformation und rechne mit der „Angst der Leute. Das ist unredlich.“ Es existiere allein ein so genannte Masterplan, der „nur das Gelände des Lisdorfer Berges insgesamt beschreibt“.

Demmer bedauerte, dass sich bislang niemand aus der neuen Bürgerinitiative bei ihm zu einem Gespräch gemeldet habe. Er selbst vertritt weiter eine ähnliche Position wie die CDU, nämlich einen moderaten Ausbau entlang der B 269 neu.

Die Sprecher der BLB sind Dr. Claus Grimm, Karlheinz Meunier, Eva Thomas und Wolfgang Weingärtner. Sie wollen bald eine zweite Info-Veranstaltung folgen lassen.

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