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Bewusster Verzicht ist angesagt

In der Fastenzeit verzichten viele auf Schokolade oder das Glas Wein. Fotos: dpa/Schafer/Hildenbrand
In der Fastenzeit verzichten viele auf Schokolade oder das Glas Wein. Fotos: dpa/Schafer/Hildenbrand
Saarlouis. Fleisch, Süßigkeiten und Internet – es gibt viele Dinge, auf die in der Fastenzeit verzichtet werden kann. Die Saarbrücker Zeitung hat bei einer Umfrage in Saarlouis nachgefragt, wie die Bürger diese Tage nutzen. Carolin Merkel

"Am Aschermittwoch ist alles vorbei", hieß es vor knapp drei Wochen. Nach den unzähligen Fastnachtsveranstaltungen in den Sälen und auf den Straßen im Kreis hat bei manchen Menschen die Zeit des Verzichts begonnen. Fastenzeit oder österliche Bußzeit wird die Zeit zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag genannt, 40 Tage, in denen Jesus in der Wüste unterwegs war, 40 Tage, um sich, vielleicht auch heute noch, zu besinnen, um bewusst zu verzichten.

Doch wie sieht es aus bei den Saarlouisern, wird die Fastenzeit noch praktiziert, ob und auf was verzichten die Menschen? Das wollte die Saarbrücker Zeitung im Rahmen einer Umfrage am Sonntag von Kirchgängern, aber auch Passanten wissen.

"Es ist mir wichtig, mich in dieser Zeit zu besinnen, ich nehme mir gezielt Zeit für Veranstaltungen, nur der Verzicht auf Süßigkeiten, der fällt mir manchmal schwer", erklärt Elisabeth Müller-Thinnes aus Saarlouis .

Keine Süßigkeiten essen, das wollten auch Sylvia und Josef Stein aus Saarlouis . "Ich habe gestern Halspastillen gelutscht und schnell gemerkt, dass mich der Zucker schon ganz besonders verleitet", sagt Josef Stein. Seine Frau verzichtet konsequent auf Alkohol und Süßigkeiten, besonders im Blickpunkt hat sie den Karfreitag, "an dem ich mich ganz bewusst nicht satt esse. Auch gibt es dann kein Fleisch , das machen wir seit Jahren so", erzählt sie.

Ganz bewusst auf Dinge verzichten, das wollen Manfred und Elisabeth Barth aus Ensdorf nicht, "dafür sind wir aber doch auch schon zu alt. Mit über 80 Jahren werde ich mich nicht mehr kasteien, ich bin froh, so alt geworden zu sein." Außerdem, ergänzt seine Frau, leben die zwei ganz bewusst, essen nicht im Überfluss. "Ich denke, wir sind noch traditionell, es gibt nur manchmal Fleisch , freitags immer Fisch und auch sonst in Maßen", sagt sie.

"Ich habe muslimische Freunde, die ziehen ihren Fastenmonat durch. Und der ist viel strenger als bei uns", erzählt Vanessa Dimuro aus Saarlouis . Sie selbst hat bisher noch nicht gefastet, bewundert ihre Freunde für die Konsequenz, "und ich denke mal darüber nach, nächstes Jahr auch in der Fastenzeit auf Süßes zu verzichten", sagt sie.

Unterstützung erhält sie dabei von ihrer Freundin Anastasia Dorkel aus Völklingen. Auch sie hat noch keine Erfahrungen mit der Fastenzeit gemacht, "doch ich glaube, es tut schon gut. Und wenn ich wirklich will, kann ich auch gut verzichten", sagt sie.

Bewusster leben, aber "sich keinen großen Kopf drum machen", damit hat Waltraud Brendel aus Saarlouis gute Erfahrungen gemacht.

Gerne auf das Autofahren verzichtet hätte Vera Rullang. "Doch gerade sonntags habe ich keine Busverbindung zur Kirche, komme also mit dem Auto. Aber auch ansonsten bin ich kein Mensch, der einfach draufloslebt", sagt sie.

Den Startschuss zur Fastenzeit hat sich Ilona Engels bereits an Neujahr gegeben. "Ich bin schon seit Januar am Fasten, nutzte die Fastenzeit aus, um noch bewusster zu verzichten", erzählt sie.

"Klar, Verzicht gibt es schon noch, wir versuchen einfach noch bewusster als sonst zu leben", erklärt Gerhard Bruch aus Saarlouis . Und für Andreas Lenz, Kaplan in der Kirche St. Ludwig, bedeutet die Fastenzeit einfach, ruhiger und besinnlicher zu sein. "Dafür versuche ich etwa, auch mich in der Nutzung des Internets zurückzunehmen", sagt er.