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Krankenhäuser
Betreuung darf nicht weiter leiden

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Fast 2000 Babys werden jedes Jahr in Saarlouis geboren – gute Nachricht. Der Geburtsort ist in der Region gefragt, noch mehr, seit der Kreißsaal in Püttlingen und die Kinderklinik Merzig geschlossen wurden. Von Nicole Bastong

Die Konzentration in der Geburtshilfe ist deutlich: Seit 1990 wurden im Saarland von 20 Kreißsälen zwölf geschlossen. Bei den hohen Geburtenzahlen denken die Träger jetzt nicht über eine Zusammenlegung der Kreißsäle in einem Haus nach. Aber wie sieht das in ein paar Jahren aus? Der Weg wäre jedenfalls bereitet. Und es gestaltet sich immer schwieriger, genug Personal für zwei komplette Stationen zu finden – deshalb ja die Kooperation. Doppelstrukturen abschaffen, Konkurrenz beilegen, das klingt gut; es bedeutet andererseits aber auch weniger Wahlfreiheit für schwangere Frauen, die einen sicheren Ort in einer besonderen Lebenssituation suchen. Wenn eine gemeinsame Geburtshilfe in zwei Häusern dazu beiträgt, die Qualität der Betreuung für Mutter und Baby zu verbessern, ist das gut. Denn diese darf nicht weiter leiden, in Zeiten, in denen das Saarland die höchste Kaiserschnittrate bundesweit hat und zu wenige Hebammen.